Potapova erzürnt: Kostjuk verweigert Handschlag im Halbfinale

Im WTA-1000-Halbfinale in Madrid verweigerte Marta Kostjuk Anastasia Potapova nach dem Match den Handschlag. Der Hintergrund: ihr klarer Umgang mit dem Krieg.
Ein Handschlag sollte nach dem Halbfinale eigentlich den Abschluss markieren, doch in Madrid blieb genau das aus.
Beim WTA-1000-Turnier traf Anastasia Potapova auf Marta Kostjuk, und die Fragen vor dem Spiel standen schon im Raum: Wer zieht ins Finale ein und würde es erneut keinen Handschlag geben.. Die Antworten fielen auf beiden Ebenen klar aus.. Kostjuk siegte und verweigerte Potapova auch nach dem Match den Handschlag.
Sportlich war der Verlauf schnell zu greifen: Kostjuk gewann 6:2, verlor 1:6, ließ dann aber mit 6:1 nichts mehr anbrennen. Damit endete zugleich der beeindruckende Lauf der Wahlösterreicherin.
Dieser Zwischenfall zeigt, wie sehr sich in solchen Momenten persönliche Prinzipien und Turnierabläufe überlagern.
Auch im Anschluss blieb Kostjuk bei ihrer Entscheidung. Statt Potapova die Hand zu reichen, verabschiedete sie sich lediglich beim Schiedsrichter. Der Hintergrund: der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Kostjuk begründet ihren Umgang damit, dass sie seit Kriegsbeginn Spielerinnen aus Russland und Belarus nach Partien keinen Handschlag gibt.. Dabei gehe es ihr um eine klare Positionierung, die sie immer wieder einfordert.. Für Potapova, deren Nationenwechsel an diesem Punkt nichts änderte, blieb die Geste am Netz damit aus.
Schon bei früheren Duellen zwischen den beiden war keine sportliche Annäherung am Netz zu sehen. Weder bei einem Aufeinandertreffen 2023 in Miami noch beim Turnier in Madrid zuvor hatte Kostjuk Potapova die Hand gereicht.
Für Potapova ist das Turnier dennoch kein völliger Rückschlag. Trotz des Ausscheidens darf sie sich über knapp 300.000 Euro Preisgeld freuen und über 410 Weltranglistenpunkte. Damit kehrt sie in der kommenden Woche zurück in den Bereich der Top 40.
Am Ende bleibt vor allem hängen, wie stark sich einzelne Gesten im Profi-Sport mit dem großen Konflikt um Deutung und Verantwortung verbinden.