Der Teufel trägt Prada 2: Mirandas triumphales Comeback

Nach zwei Jahrzehnten kehrt der Kultfilm auf die Leinwand zurück. Meryl Streep schlüpft erneut in die Rolle der Miranda Priestly und stellt sich in 'Der Teufel trägt Prada 2' den Herausforderungen einer digitalen Medienwelt.
Zwei Jahrzehnte sind vergangen, seit Meryl Streep als Miranda Priestly in die Welt des Hochglanz-Journalismus eintauchte. Nun kehrt das gefürchtete Gesicht des Magazins «Runway» in «Der Teufel trägt Prada 2» zurück und beweist, dass Kultstatus nicht nur eine Frage der Zeit, sondern der Haltung ist.
Es ist ein seltsames Gefühl für die Stars, wenn die Zeit im Zeitraffer vergeht.. Meryl Streep gestand, dass sie die Dreharbeiten für die Fortsetzung zunächst auf fünf oder sechs Jahre nach dem Original schätzte.. Die Realität von zwei Jahrzehnten traf sie erst durch die Rückmeldungen ihrer eigenen Familie.. Dennoch war der Druck für die Oscar-Preisträgerin kaum spürbar, da sie sich bewusst von der schnelllebigen Welt sozialer Netzwerke fernhält.. Als sie am ersten Drehtag in New York von der Welle der Zuneigung der Fans regelrecht überrollt wurde, war ihr das Ausmaß des Phänomens Miranda Priestly jedoch sofort klar.
Regisseur David Frankel teilte diese anfängliche Skepsis.. Er hielt den Erfolg des ersten Teils für ein in sich geschlossenes Juwel, das man nur schwer berühren könne, ohne den ursprünglichen Zauber zu zerstören.. Die Entscheidung für ein Sequel basierte letztlich auf der Stärke des Drehbuchs von Aline Brosh McKenna, das den Charakteren eine neue, zeitgemäße Bühne bietet.. Während die Welt der Printmedien 2006 noch unangefochten regierte, steht die fiktive Redaktion heute vor den Trümmern der digitalen Disruption, was dem Film eine völlig neue, gesellschaftspolitische Tiefe verleiht.
Die digitale Herausforderung für eine Mode-Ikone
In der neuen Handlung findet sich Andy, gespielt von Anne Hathaway, in einer prekären Lage wieder: Nach einer betriebsbedingten Kündigung kehrt sie als Feature-Redakteurin zu «Runway» zurück – eine Entwicklung, die bei der nach wie vor autokratischen Miranda auf wenig Gegenliebe stößt.. Die Dynamik zwischen den beiden Frauen hat sich durch den Zeitgeist verschoben.. Miranda muss sich nun in einer Arbeitswelt zurechtfinden, in der Personalabteilungen und digitale Reichweiten ihr diktieren, was akzeptabel ist.. Sogar die kleinen Privilegien, wie das einfache Ablegen ihres Mantels, sind ihr in dieser neuen Normalität genommen.
Die Einbindung der modernen Medienwelt bietet eine spannende Kontrastfolie zum Original.. Während im Vorgänger das iPhone noch Zukunftsmusik war, bestimmt heute die schiere Geschwindigkeit der digitalen Kommunikation den Takt.. Dass Miranda Priestly mit dieser Welt kollidiert, sorgt nicht nur für humorvolle Momente, sondern zeigt auch die Verwundbarkeit einer Frau, deren Machtbasis durch algorithmische Klicks bedroht wird.. Es ist ein kluger Schachzug des Teams von Misryoum, diese Reibungspunkte in den Vordergrund zu rücken, statt lediglich die alten Witze aufzuwärmen.
Warum dieses Comeback funktioniert
Der Film lebt von der Rückkehr des Original-Ensembles, ergänzt durch frische Gesichter wie Kenneth Branagh und Lady Gaga, die dem Ganzen einen modernen Anstrich verleihen.. Dass das Projekt nicht an seiner eigenen Legende zerbricht, liegt an der Balance zwischen Nostalgie und Fortschritt.. «Der Teufel trägt Prada 2» ist kein bloßer Aufguss, sondern eine Reflexion über Relevanz im Alter und die ständige Neuerfindung des eigenen Ichs.
Abschließend lässt sich festhalten, dass das Wiedersehen mit Nigel, Emily und Miranda den Zuschauer ab der ersten Minute abholt.. Der Charme des Originals wurde bewahrt, während die Geschichte erwachsen geworden ist.. Ob es erneut für eine Oscar-Nominierung reicht, bleibt abzuwarten, doch eines ist sicher: Miranda Priestly ist gekommen, um auch im digitalen Zeitalter zu bleiben.