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Fritzlar rückt zusammen: CSD mit Wut und Regenbogen

StartseiteLokalesFritzlar-HombergFritzlar Wut und bunte Fahnen: Christopher Street Day in Fritzlar Stand: 08.06.2026, 08:30 Uhr Von: Silvia Kleps Queere Community zeigt in Fritzlar bunte Flagge: Die Teilnehmer des Christopher Street Days demonstrierten für Akzeptanz und Vielfalt. Fritzlar – Fröhlich und farbenfroh ging es am Samstagnachmittag auf dem Marktplatz in Fritzlar zu. Einheimische und Gäste saßen vor den Lokalen, doch auch im Bereich rund um das Sonnensegel waren viele Menschen zusammengekommen. Das Aktionsbündnis „Offener CSD Schwalm-Eder“ hatte zu einer Kundgebung aufgerufen. Die Veranstalter und Teilnehmer des Christopher

Street Day (CSD) in Fritzlar traten öffentlichkeitswirksam für ihr Anliegen ein, um damit ein starkes Zeichen gegen die Ausgrenzung queerer Menschen zu setzen. Mit dabei waren Unterstützergruppen wie „Omas gegen Rechts“, Mütter und Väter mit ihren Kindern und Jugendliche – viele von ihnen bunt gekleidet und mit Regenbogenfahnen. Vom Bündnis gab es kämpferische Redebeiträge ebenso wie nachdenkliche: „Wir sind heute hier, weil wir wütend sind, auf alle, die versuchen uns einzureden, unsere Wut sei übertrieben, wir haben keine Sicherheit in der Gesellschaft“, sagte Mateo Kraus

aus Wabern. Aueson Daum war aus Schrecksbach angereist. Der 17-Jährige beschrieb seinen Frust über die Weltsituation, nannte jedoch auch Lichtblicke: „Es gibt auch kleine Momente im Zug, wenn Ältere sich zu mir setzen, wir zusammen lachen und der Ohnmacht trotzen.“ Beide erhielten für ihre Worte viel Applaus. Demonstrationszug führte durch die Stadt Die Frauen aus der Initiative „Omas gegen Rechts“ Fritzlar und Schwalm-Eder-Nord stehen sichtbar hinter der Sache: „Wir möchten die jungen Leute unterstützen, die ihren Weg gehen und dabei angefeindet werden“, sagen sie. „Alles,

was nicht in die Norm passt, hat in diesem ländlichen Kontext Schwierigkeiten – unser Grundsatz ist die Demokratie.“ Nach der Kundgebung auf dem Marktplatz zog ein bunter Zug mit lauter Musik und Sprechchören durch die Straßen. Dieser zählte laut Polizei gut 100 Teilnehmer. Zu hören waren unter anderem Parolen wie „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“, „Macker gibt es in jeder Stadt – bildet Banden, macht sie platt“ und „Eure Kinder werden so wie wir“. Manche Passanten blickten interessiert, andere eher zurückhaltend auf das Treiben.

Beim Passieren der Allee gab es vom Balkon eines anliegenden Hauses einen unüberhörbaren Zwischenruf: „Halts Maul.“ Im Demonstrationszug präsentierte ein 16-Jähriger ein Plakat mit der Aufschrift „Stonewall was a Riot“. „Es ist eine Erinnerung an den Ursprung des Christopher Street Days, und somit ein Weckruf an die Gesellschaft“, sagte der Jugendliche aus Homberg, der namentlich nicht genannt werden wolle: „Wir zeigen hier, dass wir offen zu uns und unserem Leben stehen – wir haben ein Recht auf Akzeptanz.“

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