Pfandl-Drama im Bauerntheater: Alle fanden ihr Deck’l

In der Festhalle Rassach sorgte die Lipizzanerheimat Station mit „Alles Bauerntheater“ für viel Begeisterung und turbulente Verwicklungen.
In der Festhalle Rassach ging es beim vierten Auftritt der Theatergruppe Lipizzanerheimat Station hoch her: Das Stück „Alles Bauerntheater“ zeigte, wie schnell Pläne in die falsche Richtung kippen können.
Zum vierten Mal machte die Gruppe Station in Rassach, und das Publikum durfte sich diesmal auf drei Akte freuen.. Im Mittelpunkt stand der Bauern und Vizebürgermeister Alfons, der nach eigenem Plan die Inszenierung eines Theaterstücks im Gemeinderat anstoßen wollte.. Doch hinter der Absicht steckten zugleich persönliche Motive, die in eine Reihe von Missverständnissen mündeten.
Dabei spielt nicht nur das Geschehen auf der Bühne eine Rolle, sondern auch das Tempo der Verwicklungen: Gerade weil der Ausgang immer wieder neu aus dem Tritt gerät, bleibt die Handlung spürbar unterhaltsam.
Ein weiteres Ziel sollte mit einer Annonce erreicht werden: Schwägerin Hilde Gänseschmalz sollte aus dem Blickfeld verschwinden, begleitet von einer Idee, die zudem die Milchkuh Hilde betraf.. Doch daraus wurde nichts nach Drehbuch, weil sich statt der erhofften Ruhe zahlreiche Interessierte für eine völlig andere Sache in Szene setzten.. Gleichzeitig tauchte mit dem ungenierten Altwarenhändler Franz ein neuer Störfaktor auf, der für zusätzliche Unruhe sorgte.
Währenddessen mischte Pfarrköchin Franziska mit Intrigen und Halbwahrheiten im Hintergrund, um Geheimnisse aus dem Pfarrhof zu entschärfen und für sich nutzbar zu machen.. Auch Hans, das Muttersöhnchen, wollte an anderer Stelle lenken, diesmal mit Blick auf eine mögliche Verbindung in „futuristische“ Bahnen.
So verdichten sich die Ebenen: Figuren geraten aneinander, Absichten prallen auf Erwartungen, und am Ende muss sich jede Rolle neu sortieren. Genau diese Dynamik sorgt dafür, dass das Ganze trotz Verwirrung klar verständlich bleibt.
Mit der Besetzungsjury prallten schließlich unterschiedliche Interessen aufeinander.. Gegen den Widerstand von der einen oder anderen Seite standen mehrere (verschleierte) Anwärterinnen auf der Bühne, und es kam zu dem, was man in solchen Komödien erwarten darf: Den lüsternen Juroren ging die bodenständige Weiblichkeit sprichwörtlich um die Ohren.. Das hatte spürbare Folgen für die Pläne der männlichen Figuren, die sich am Ende stärker an der Realität als an ihren Vorstellungen ausrichten mussten.
Was mit Franz und Franziska geschah, nahm die Geschichte noch einmal in eine andere Richtung.. Die beiden waren irrtümlich als ein Einbrecher-Duo weggesperrt worden, wurden danach aber in die allgemeine Heiraterei eingebunden.. Damit schloss sich der Kreis auf eine Weise, die mehr auf komische Konsequenz als auf logische Härte setzt.
Für das Publikum dürfte genau das den Reiz ausgemacht haben: Misryoum zeigt, dass Theater in diesem Format nicht nur Geschichten erzählt, sondern auch dafür sorgt, dass sich Missgeschicke in gemeinsame Erlebnisse verwandeln.