VfL Wildeshausen siegt im Fußball-Bezirksliga-Topspiel gegen GVO Oldenburg

Wildeshausen – Vorzeitige Glückwünsche wollte der VfL Wildeshausen (noch) nicht annehmen.
Doch dass sich der Fußball-Bezirksligist die Meisterschaft jetzt nicht mehr nehmen lassen wird, daran gibt es seit Sonntagnachmittag vermutlich auch keine Zweifel mehr.
Im Topspiel setzte sich der Spitzenreiter gegen den Tabellenzweiten GVO Oldenburg nach packenden 90 Minuten inklusive dramatischer Nachspielzeit mit 4:3 (2:0) durch.
In der 95.
Minute sorgte Onno Bolling für den Siegtreffer.
„Ein Krandel-Moment“, grinste VfL-Trainer Marcel Bragula.
Wildeshausen auf Platz eins (73 Zähler) liegt jetzt satte sieben Punkte vor den Oldenburgern, die noch drei Partien – darunter das schwere Nachholspiel beim FC Hude an diesem Freitag – zu bestreiten haben.
Die Hoffnung auf eine erfolgreiche Aufholjagd hat GVO-Trainer Tony Petermann nach der bitteren Pleite im Krandelstadion jedenfalls schon begraben.
„Das Ding ist durch“, meinte Petermann nach dem Abpfiff.
„Das wird sich Wildeshausen nicht mehr nehmen lassen.“ „Genießen den Moment“ Auf der anderen Seite brach nach dem späten Siegtreffer in der Nachspielzeit zunächst einmal Riesenjubel aus.
„Wir genießen jetzt diesen Moment, bleiben aber demütig“, meinte der VfL-Coach in seiner Analyse.
„Wir wollen natürlich auf dem Platz und nicht auf dem Sofa Meister werden“, blickte Bragula auf das Nachholspiel des Konkurrenten in Hude.
Selbst hat der VfL noch zwei Aufgaben in Obenstrohe (31.
Mai) und gegen Rastede (5.
Juni) vor sich.
„Die werden auch nicht einfach“, mahnte der 51-Jährige.
Wildeshausen hat jedenfalls alle Trümpfe in der Hand und könnte tatsächlich bereits am kommenden Wochenende als Meister feststehen, sollte GVO in Hude verlieren.
Rund 600 Zuschauer Das Gipfeltreffen zwischen den beiden Topteams vor rund 600 Zuschauer hatte alles zu bieten – und am Ende einen etwas glücklichen, aber keinesfalls unverdienten Sieger.
Schon in der ersten Halbzeit beeindruckte der VfL mit großem Einsatz, Spielfreude und Zweikampfstärke.
Michael Eberle mit einer direkten Ecke (Außennetz/2.
Minute) und einem Distanzschuss (knapp rüber/6.) setzte die ersten Akzente.
Praktisch aus dem Nichts ging allerdings GVO in Führung: Nach einem Pass von Malte Tjarks in den Strafraum fiel VfL-Verteidiger Finn Cordes im Zweikampf und touchierte den Ball mit der Hand.
Schiedsrichter Jan Kruse zeigte sofort auf den Punkt, Mika Cengiz verwandelte frech zum 0:1 (18.).
GVO geht in Führung Ein Rückstand mit Schockwirkung für den Tabellenführer?
Mitnichten!
Wildeshausen schüttelte sich kurz, nahm das Heft wieder in die Hand und belohnte sich.
Einen Freistoß von Michael Eberle köpfte Alexander Dreher mit seinem zweiten Saisontor zum Ausgleich ein (26.).
Nur drei Minuten später war Ole Volkmer – diesmal nach Eberle-Ecke – zur Stelle und stocherte den Ball aus dem Gewühl zum 1:1 in die Maschen.
„Ich hatte vor den Wildeshauser Standards gewarnt, doch am Ende kassieren wir drei von vier Gegentoren auf diese Weise“, ärgerte sich Petermann.
Die Gäste konnten sogar froh sein, dass Volkmer (33.) und Bolling (45.+3) das Ergebnis bis zur Pause nicht noch höher stellten.
Allerdings hatte auch GVO durch Mika Cengiz (44.) und Daniel Werner (45.+2) seine Chancen.
Überzahl nicht genutzt Nach dem Seitenwechsel sprach alles für die Platzherren, zumal sie kurz nach der Gelb-Roten Karte gegen Werner (57.) das 3:1 durch Volkmer (64.) nachlegten.
„Dass wir ein Mann mehr waren, habe ich danach aber nicht gesehen.
Stattdessen haben die Jungs das Fußballspielen eingestellt“, rüffelte Bragula.
Derweil lobte Petermann seine Elf für die „Moral und Mentalität“, was erst mit dem 3:2 durch Noah Severin Rojahn (76.) und dann mit dem Ausgleich durch Ole Böschen (90.+1) belohnt wurde.
„Wildeshausen war in dem Moment eigentlich schon tot“, meinte der GVO-Trainer, der alles auf eine Karte setzte.
Doch nur für genau vier Minuten schien das Titelrennen wieder komplett offen zu sein, ehe Bolling nach einer Ecke von Jakob Wehrenberg zum Kopfball hochstieg – und anschließend schon mal „meisterlich“ gefeiert wurde.
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