Crystal Palace gewinnt Europa—nach UEFA-Abstrafung in Conference

Crystal Palace wurde von der UEFA aus der Europa League ausgeschlossen und in die Conference League herabgestuft, weil der Investor John Textor als Teil seines „Multi-Club Ownership“-Netzwerks an mehreren Klubs beteiligt war und die Anteile nicht fristgerecht
Am Morgen nach dem Spiel war Leipzig nicht mehr nur eine Stadt. sondern ein Ort. an dem sich plötzlich alles fügte. Crystal Palace gewann das Endspiel der Conference League in Leipzig gegen Rayo Vallecano – und schrieb sich damit als Europapokalsieger in die Klubgeschichte ein. Für einen Verein. der über Jahre viel erlebt. aber lange zu wenig gewonnen hat. fühlte sich das wie ein Umkippen an: vom Dauerärger zur Trophäe.
Schon die Bühne war etwas Besonderes. Das Finale war das erste europäische Endspiel des Klubs. Palace-Trainer Oliver Glasner hatte das vor dem Anpfiff in klare Worte gepackt: „Wir sind 90 Minuten davon entfernt, Geschichte zu schreiben. Das ist ein unbekanntes Gelände, ein europäisches Finale. Das ist ein Moment, den wir uns gemeinsam erarbeitet haben.“ Am Ende wurden die Sätze Wirklichkeit.
Doch bis dahin lag ein Bruch, der nicht über Nacht kam. Im Sommer hatte Crystal Palace sich bitterlich darüber beschwert. dass der Klub von der UEFA aus der Europa League in die Conference League herabgestuft wurde. Aus Sicht des Vereins war der Weg in den Wettbewerb regulär – aus Sicht der UEFA war er es nicht.
Der Auslöser: „Multi-Club Ownership“ (MCO). Der amerikanische Fußballinvestor John Textor besaß Olympique Lyon in Frankreich und hatte über eine Beteiligung an Crystal Palace auch dort Einfluss. Diese Mehrfachbeteiligung, die in der Regel unter dem Begriff „Multi-Club Ownership“ fällt, wurde Palace zum Verhängnis. Nur einer der Textor-Klubs durfte nach UEFA-Regeln in dem Wettbewerb spielen – die UEFA setzte dabei auf den Platz in der Liga: Lyon erhielt den Vorzug wegen einer besseren Platzierung in der Liga.
Der entscheidende Streitpunkt lag aber nicht nur im Prinzip, sondern in der Frist. Palace und Textor hatten es verpasst, zur gesetzten Frist die Anteile auf ein Treuhandkonto zu schieben. Genau diese Möglichkeit hält die UEFA den Klubs aus MCO-Netzwerken offen. um sie zumindest offiziell für die Saison voneinander zu entflechten und spielen zu lassen. Für Palace begann damit ein Riesenärger.
Die Fans machten diesen Ärger laut. Massive Proteste gegen die UEFA begleiteten die Entscheidung. Steve Parish. der Vorsitzende des Klubs. brachte die Stimmung in eine Bildsprache. die viele teilten: „Es ist. als würdest du im Lotto gewinnen. Dann gehst du gehst zum Schalter – und bekommst den Gewinn nicht“, sagte Parish. „Ich glaube. niemand im Fußball will so etwas sehen: Klubs. die sich rechtmäßig für einen Wettbewerb qualifiziert haben. werden aufgrund der lächerlichsten Formalität. die man sich vorstellen kann. von diesem Wettbewerb ausgeschlossen.“.
Textor verkaufte seine Anteile noch – doch die Frist war verpasst, die Entscheidung der UEFA hatte Bestand. Palace zog vor Gericht: Der Klub klagte beim internationalen Sportgerichtshof und wurde auch dort zurückgewiesen. Das Ergebnis blieb dasselbe Muster wie zuvor: Crystal Palace wurde aus der Europa League in die Conference League herabgestuft.
Und Palace blieb nicht der einzige Fall. Auch andere Klubs durften nicht wie geplant starten. Drogheda United aus Irland und Dunajská Streda aus der Slowakei durften beide nicht an der Conference League teilnehmen. Der prominenteste Fall blieb aber Crystal Palace.
Während die Diskussion um den Wettbewerb weiterlief, musste Palace trotzdem Fußball spielen – in der ungewollten Liga. Lange Zeit wirkte die Conference League wie ein Knoten, der sich nicht richtig lösen ließ. In der Qualifikation gab es einen mühevollen Sieg gegen Frederikstad aus Norwegen (1:0/0:0). In der Ligaphase verlor die Mannschaft zu Hause gegen AEK Larnaka aus Zypern und bei Racing Straßburg aus Frankreich. Die direkte Qualifikation für das Achtelfinale vergab das Team mit einem 2:2 zu Hause gegen Kuopion PS aus Finnland.
In den K.o.-Runden tat sich Palace ebenfalls schwer. Zrinjski Mostar aus Bosnien-Herzegowina in den Playoffs und im Achtelfinale erneut AEK Larnaka: In beiden Duellen holten die Gegner jeweils im Hinspiel ein Unentschieden gegen den Premier-League-Klub. Erst im Viertefinale gegen AC Florenz und im Halbfinale gegen Dynamo Kiew begann Palace, einigermaßen zu überzeugen. Den Schlusspunkt setzte das Team schließlich im Endspiel von Leipzig – gegen Rayo Vallecano.
Dann kippte nicht nur die Bilanz. Auch die Stimmung. Plötzlich wurde die Conference League beliebt. Die Fans von Crystal Palace erfanden ein Lied zur Saison: „Wir sind auf dem Weg nach Leipzig. Wie sind wir dahin gekommen?. Weiß ich nicht, ist mir egal. Alles was ich weiß ist: Palace ist auf dem Weg!“ Es klang wie Trotz und Erleichterung zugleich.
Die Ironie kam anschließend umso härter: Der Sieg bringt ausgerechnet einen Platz in der Europa League. Mit dem Sieg gegen Rayo Vallecano hat der Klub seinen ersten Europapokal gewonnen. Trainer Oliver Glasner hatte sich den Erfolg vor dem Spiel auch aus einem konkreten Grund gewünscht: „Dann würden die Spieler nächstes Jahr in der Europa League spielen. und wir bekämen das. was wir eigentlich schon dieses Jahr hätten bekommen sollen.“.
Diese Logik ist Teil der UEFA-Regelwelt: Der Sieger der Conference League spielt in der folgenden Saison automatisch in der Europa League – wenn nicht noch niemand was dagegen hat.
So steht Crystal Palace am Ende dort, wo der Verein seinerzeit nicht hinwollte – aber dorthin gelangte. Aus der Europa League hinaus, in die Conference League gedrängt, durch Proteste begleitet, sportlich durchgerungen. Und am Ende mit dem Pokal. der die Ausgangsfrage zumindest für eine Nacht überschreibt: Was zählt. ist das Ergebnis.
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Wait so they got kicked out of Europa and then won Conference anyway? Kinda wild.
UEFA rules are so confusing. Like if the investor owns stuff, that’s everyone’s problem? Sounds like they punished the whole team for business stuff.
So is Leipzig the one that got in trouble? Cuz I keep reading “Leipzig” and it feels like that city did something. Also “multi-club ownership” sounds like some cartel thing lol.
Honestly UEFA just wants control. They drop teams down, then act shocked when the team wins the lower tournament. The investor thing about Textor being involved in multiple clubs—doesn’t seem fair, but then again nothing is fair in soccer.