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Schock in Lebring: ZF-Werk vor dem Aus – 300 Jobs stehen auf der Kippe

Es ist eine dieser Nachrichten, bei denen man erst zweimal hinhören muss, um sie zu glauben. Hiobsbotschaft aus der Steiermark: Der Autozulieferer ZF macht sein Werk in Lebring dicht. Und als ob das nicht schon reicht, kam fast gleichzeitig die Meldung, dass die Firma Eitek in Niederösterreich ebenfalls mit massiven Problemen kämpft. Man hört das dumpfe Grollen der Maschinen noch, aber bald könnte es hier ganz still werden. Ein betroffener Mitarbeiter erzählte Misryoum sichtlich mitgenommen, dass man sich in Sicherheit wähnte – schließlich hieß es aus der Chefetage immer wieder, Österreich bliebe von den großen Sparplänen verschont. Tja, oder vielleicht war das nur eine schöne Hoffnung.

Die Realität holte die Belegschaft bei einer Betriebsveranstaltung knallhart ein, als die Schließung offiziell verkündet wurde. Der deutsche Mutterkonzern macht jetzt Ernst. Schritt für Schritt soll die Produktion nun in Richtung Osten wandern, konkret nach Polen und in die Slowakei. Warum? Das Unternehmen spricht von einem schwierigen Marktumfeld, von schwacher Nachfrage und geopolitischen Unsicherheiten. Es ist irgendwie seltsam, wie trocken solche Unternehmensphrasen klingen, wenn man an die 300 Menschen denkt, die ab morgen eigentlich eine Perspektive brauchen.

Es geht aber nicht nur um die große Politik. Die Leute kaufen weniger Sonderausstattungen, weil Autos ohnehin schon so teuer geworden sind. Und genau das ist das Problem in Lebring – dort werden nämlich elektrische Wankstabilisierungen und Hinterachslenkungen gebaut. Luxus, den sich gerade kaum jemand leisten will. Oder kann. Die Auslastung ist in den Keller gerauscht, tiefer als man es sich im Management jemals ausgerechnet hatte. Standortleiter Philip Schuster klingt fast schon resigniert, wenn er sagt, dass es für den Standort keine nachhaltige wirtschaftliche Perspektive mehr gäbe.

Das klingt nach einer Entscheidung, die schon lange in einer Schublade lag und jetzt einfach rausgezogen wurde.

Natürlich verspricht man nun einen sogenannten „geordneten Übergang“ und sucht nach Lösungen für die Beschäftigten. Das ist der Standard-Satz in solchen Momenten, der einem aber auch nicht die Sorgen nimmt, wenn man die Miete oder den Kredit abbezahlen muss. Die Gewerkschaft ist alarmiert, klar. Sozialpläne werden jetzt wohl das einzige Thema sein, das in den kommenden Wochen die Büros und Werkshallen füllen wird. Ob das reicht? Man wird sehen. Es ist ein bitterer Tag für die steirische Industrie, ein Tag, an dem man sich fragt, wie viele Standorte noch folgen werden – oder ob sich das Rad überhaupt noch drehen lässt. Die Stimmung in der Gegend ist jedenfalls im Eimer, das merkt man sofort, wenn man sich in der Gemeinde umhört.

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