Offene Karten beim BSL-Playoff-Auftakt

Eigentlich sollte die Setzliste ja für klare Verhältnisse sorgen, aber in der win2day Basketball-Superliga der Männer sieht das aktuell mal wieder ganz anders aus. Wenn man sich die Paarungen anschaut, könnte man meinen, die Setzlisten wären mehr ein Vorschlag als ein Gesetz. Titelverteidiger Oberwart Gunners – immerhin Zweitplatzierte – bekommt es mit den Swans aus Gmunden zu tun. Und Gmunden? Die kommen mit zehn Siegen in Folge aus der Qualifikationsrunde. Da ist die Stimmung sicher anders, als es der siebte Platz vermuten lässt.
Es riecht nach verschwitztem Parkett und diesem ganz speziellen, leicht süßlichen Harzgeruch in den Hallen, wenn man an die anstehenden Viertelfinals denkt. Die Spannung ist fast greifbar. Oder vielleicht ist es nur die Aufregung. Jedenfalls ist das Duell zwischen dem BC Vienna und den Dukes Klosterneuburg ein echtes Sorgenkind für jeden Wettanbieter, wenn man so will.
Sylven Landesberg ist bei den Klosterneuburgern zurück. Vier Monate Ellbogenpause sind kein Spaß. Er sagte gegenüber Misryoum, dass die Wiener Stärken haben, aber eben auch Schwächen. „Wir wissen, wo sie verwundbar sind“, tönte er vor seinem ersten Playoff-Auftritt. Ob das reicht? Vienna setzt dagegen auf Rasid Mahalbasic. Ein Routinier, der weiß, wie man solche Partien kontrolliert. Das Heimrecht am Samstag um 17:30 Uhr liegt jedenfalls bei den Wienern.
Oberwart will derweil seine Serie von 13 Playoff-Siegen ohne Unterbrechung weiter ausbauen. Drei Meistertitel in Folge – das ist das Ziel. „Befreit und ohne Druck“, meint Daniel Friedrich aus Gmunden. Klingt gut, aber historisch gesehen haben die Burgenländer bisher jedes der fünf Viertelfinal-Duelle gegen Gmunden für sich entschieden. Statistiken sind ja bekanntlich dazu da, gebrochen zu werden, oder vielleicht doch nicht? Neun Siege bis zum Titel, ein weiter Weg.
Die Flyers aus Wels treffen auf den UBSC Graz. Das wird eng, eine echte „Best-of-five“-Geschichte. Bei all dem Chaos ist nur eine Sache halbwegs sicher: Die Kapfenberg Bulls, die Nummer eins, gehen als Favorit gegen die Traiskirchen Lions in die Serie. Vier von fünf Malen, in denen sie den Grunddurchgang gewannen, holten sie am Ende den Pott. Chefcoach Benedikt Danek aus Traiskirchen sieht das natürlich anders, will „Physis und Intensität“ hochhalten. Ob das reicht, um den Favoriten wirklich zu stürzen, naja, wir werden sehen.
Es bleibt spannend, wer wirklich fit ist und wer vielleicht nur blufft. Die Liga ist unberechenbar geworden, fast schon ein wenig chaotisch, was den Sport erst richtig sehenswert macht.