Krisenherde weltweit: Von Gaza bis Kiew erschüttern politische und soziale Spannungen die Stabilität

Ein Überblick über globale Brennpunkte: Die humanitäre Katastrophe in Gaza, politische Erschütterungen in London, Korruptionsvorwürfe in der Ukraine und internationale Militärkonflikte prägen das aktuelle Weltgeschehen.
Israel blockiert Hilfe für Gaza Im Gazastreifen haben 43.000 Menschen durch die Angriffe Israels seit Oktober 2023 lebensverändernde schwere Verletzungen erlitten, berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO).. Ein Viertel dieser Verletzten seien Minderjährige, rund die Hälfte der 43.000 Menschen haben schwere Verletzungen an den Gliedmaßen, mehr als 5.000 Amputationen, gut 2.000 Verletzungen des Rückenmarks, mehr als 3.400 Verbrennungen und gut 1,300 schwere traumatische Hirnverletzungen.. Zusammen mit weniger komplizierten Fällen liege die Gesamtzahl der Verletzten bei rund 172.000..
Material, um ihnen zu helfen, stecke aber teils mehr als ein Jahr beim Zoll fest, kritisiert die WHO-Vertreterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Reinhilde van de Weerdt.. Es gebe viel zu wenig Rehabilitationsplätze.. Gleichzeitig warteten seit Mitte April 18 Lieferungen mit Rehabilitationsmaterial auf die israelische Zollabfertigung.. Manchmal betrage die Wartezeit mehr als ein Jahr.. Unter anderem steckten dort Rollstühle für Erwachsene und Kinder fest, ebenso Prothesen sowie Rehabilitationsgeräte wie stationäre Fahrräder.. »Die Menschen in Gaza
haben unvorstellbares Leid ertragen«, sagte van de Weerdt.. »Sie verdienen nicht nur Soforthilfe, sondern auch die nachhaltige Unterstützung, die sie benötigen, um sich zu erholen und ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.« Die israelische Blockade betrifft weiterhin auch die Lieferung von Lebensmitteln.. Nach wie vor drängen sich die Menschen in Nuseirat (Foto) an den wenigen Ausgabestellen.. Kallas will Mittelstreckenwaffen Der erwartete Verzicht der USA auf eine Stationierung schlagkräftiger Mittelstreckenwaffen in Deutschland ist nach
Ansicht der Vizepräsidentin der EU-Kommission Kaja Kallas ein »Weckruf«.. »Das ist ein klares Zeichen dafür, daß wir unsere eigene Verteidigungsproduktion wirklich sehr deutlich beschleunigen und tatsächlich gemeinsame Beschaffungen vorantreiben müssen«, sagte sie bei einem EU-Kriegsministertreffen in Brüssel.. Die EU müsse die von ihr benötigten »Verteidigungsfähigkeiten« selbst herstellen können.. Fragile Waffenruhe USA-Kriegsminister: Militär »verfügt über ausreichend Munition« Washington – Kurz vor der Reise von USA-Präsident Donald Trump nach China herrscht weiter Ungewißheit über die Zukunft des
Kriegs gegen den Iran.. Trump stellte die seit fast fünf Wochen dauernde Waffenruhe öffentlich infrage.. Grund dafür sei der »dämliche Vorschlag« aus Teheran zur Beendigung des Krieges.. »Sie ist so schwach wie nie, nachdem ich diesen Mist gelesen habe«, sagte er in Washington.. Aus Parlamentskreisen in Teheran hieß es am Dienstag, daß die iranische Regierung ein Wiederaufflammen der Kampfhandlungen für wahrscheinlich halte.. Eine gut informierte Quelle sagte, es gebe keine Entwicklungen mit Blick auf die
Verhandlungen zwischen Teheran und Washington.. Trumps China-Reise ist aus iranischer Sicht jedoch mit der Hoffnung verbunden, daß Präsident Xi Jinping zu einer möglichen Deeskalation beitragen könnte.. Anfang April einigten sich die Konfliktparteien auf eine Waffenruhe.. Verhandlungen über ein Ende des Krieges sind jedoch in eine Sackgasse geraten.. Unter Vermittlung Pakistans hatten Vertreter der USA und Irans in den vergangenen Wochen Vorschläge über eine diplomatische Lösung ausgetauscht.. In dem aktuell vom Iran vorgelegten Plan heißt es
laut iranischen Medien, daß die USA Reparationen für die angerichteten Kriegsschäden im Iran zahlen müßten.. Die Islamische Republik fordert auch die volle Souveränität über die Straße von Hormus, ein Ende der Sanktionen gegen das Land und die Freigabe beschlagnahmter iranischer Vermögenswerte.. Trump warf der Führung in Teheran vor, sich nicht an Zusagen zu halten.. Der Iran habe sich zunächst bereiterklärt, daß die USA das angereicherte Uran außer Landes schafften.. »Aber sie haben ihre Meinung geändert,
es stand nämlich nicht in dem Papier«, sagte Trump.. Der Iran wies die Aussagen zurück.. Teheran habe nicht zugestimmt, das hoch angereicherte Uran außer Landes zu schaffen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle.. Auch Berichte, wonach der Iran einem Stopp der Urananreicherung für 15 Jahre zugestimmt hätte, seien gelogen, berichtete die Agentur.. USA-Kriegsminister Pete Hegseth hat Spekulationen über stark aufgezehrte Munitions- und Raketenvorräte des Militärs heruntergespielt.. »Wir
wissen genau, was wir haben.. Wir verfügen über reichlich von dem, was wir brauchen«, sagte er in einem Ausschuß des Repräsentantenhauses.. Die Debatte um die Vorräte sei »törichterweise und wenig hilfreich übertrieben« worden, führte Hegseth weiter aus.. Generalstabschef Dan Caine betonte, daß ihm die Regionalkommandos des Militärs über ausreichende Munitionsvorräte für die derzeitigen Missionen melden würden.. Am Wochenende hatte Senator Mark Kelly erklärt, die Munitions- und Raketenvorräte des Militärs seien stark aufgezehrt.. Es sei »schockierend,
wie stark wir diese Bestände aufgebraucht haben«, sagte er in der CBS-Sendung »Face The Nation«.. Es werde Jahre dauern, um diese Bestände wieder aufzubauen.. Die Vereinigten Staaten würden sich in einer schlechteren Lage befinden, »als wir es sonst wären, wenn dieser Krieg im Iran nicht stattgefunden hätte«.. Er kritisierte, daß Trump die USA in einen Krieg »ohne strategisches Ziel, ohne Plan, ohne Zeitplan« hineingezogen habe.. Eskalation der Gewalt gegen palästinensische Kinder Genf – Beispiellose Siedlergewalt
im besetzten Westjordanland macht Kindern und Jugendlichen das Leben schwer.. »Was sich derzeit abspielt, ist nicht nur eine Eskalation der Gewalt gegen palästinensische Kinder, sondern auch die schrittweise Zerstörung der Lebensbedingungen, die Kinder zum Überleben und Aufwachsen benötigen«, sagt UNICEF-Sprecher James Elder.. Elder berichtete nach einem Besuch im Westjordanland über eine Frau, der beide Arme gebrochen worden seien, als sie damit ihr vier Monate altes Baby vor dem Knüppel eines angreifenden Siedlers schützen wollte.. Auf
ihren Sohn Ezzaldin (8) sei mit einem Holzknüppel so stark eingeschlagen worden, daß er mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus gekommen sei.. Nicht nur würden Wohnungen und Häuser zerstört, sondern auch Schulen und die Wasserversorgung.. Es würden immer mehr Barrieren errichtet, und Kinder kämen immer öfter nicht zur Schule oder einer Klinik.. »Schulen, die eigentlich Orte der Sicherheit und Geborgenheit sein sollten, werden zunehmend zu Orten der Angst«, sagt Elder.. »Angriffe auf Schulen und die Verweigerung des
Zugangs zu Bildung für Kinder stellen schwerwiegende Verletzungen der Kinderrechte dar, die langfristige Folgen für ihre Sicherheit, ihr Wohlergehen und ihre Zukunft haben.« Seit Anfang des Jahres seien 2.500 Palästinenserinnen und Palästinenser vertrieben worden, darunter 1.100 Minderjährige, sagt Elder.. Im März waren nach Angaben des UNO-Nothilfebüro OCHA so viele Menschen von Siedlern verletzt worden wie nie innerhalb eines Monats seit Beginn der Gewalt 2006: insgesamt rund 170 Menschen.. Zudem würden 347 Minderjährige in israelischer Haft
festgehalten, so viele wie seit acht Jahren nicht mehr.. Israel treibt den Siedlungsbau für Israelis im Westjordanland massiv voran.. Der Bau verstößt nach UNO-Angaben und dem Internationalen Gerichtshof gegen das Völkerrecht, da es einer Besatzungsmacht nicht erlaubt ist, ihre Bevölkerung in besetztem Gebiet anzusiedeln.. Jermak beteuert Unschuld Korruptionsvorwurf gegen engen Selenski-Vertrauten Kiew – Der frühere ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak hat über einen Anwalt den Vorwurf der Geldwäsche zurückweisen lassen.. »Ich kann sagen, daß der Vorwurf
der Geldwäsche meiner Meinung nach unbegründet ist, denn man muß wohl kein professioneller Jurist sein, um sich zu fragen: Wessen Geld hätte Jermak bei irgendeinem Bauprojekt waschen sollen?«, sagte Rechtsanwalt Fomin dem Rundfunksender Suspilne.. Fomin sprach von öffentlichem Druck auf die Anti-Korruptionsbehörden der Ukraine, ein Strafverfahren gegen den früher engsten Mitarbeiter von Präsident Selenski zustande zu bringen.. Jermak hatte im November seinen Hut nehmen müssen, als die Behörden einen Ring mutmaßlich korrupter Politiker und Geschäftsleute
im Umfeld Selenskis aufdeckten.. Am Montagabend teilten das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) mit, sie stuften Jermak als Verdächtigen ein.. Dem Vorwurf nach habe er zu einer organisierten Gruppe gehört, die für ein Luxusbauprojekt in der Nähe von Kiew umgerechnet etwa neun Millionen Euro gewaschen habe.. Es gehe um sechs Personen, darunter einen früheren stellvertretenden Ministerpräsidenten, ergänzte das NABU am Dienstag ohne Nennung von Namen.. Der Jurist und ehemalige Filmproduzent Jermak ist
ein enger Vertrauter Selenski aus dessen Zeit als Komiker und Schauspieler.. Seit Februar 2020 war er Chef des Präsidialamtes in Kiew, im November 2025 trat er wegen Korruptionsermittlungen zurück.. Starmer will im Amt bleiben London – Der britische Premierminister Keir Starmer will trotz Rücktrittsforderungen im Amt bleiben.. Seine Partei habe ein Verfahren zur Absetzung des Vorsitzenden, dieses sei aber nicht eingeleitet worden, sagte Starmer während einer Kabinettssitzung am Morgen.. »Das Land erwartet von uns, daß
wir weiterregieren.. Genau das tue ich, und genau das müssen wir als Kabinett tun«, sagte Starmer.. Er übernehme die Verantwortung für die desaströsen Ergebnisse bei den Kommunal- und Parlamentswahlen am vergangenen Donnerstag.. »Und ich übernehme die Verantwortung dafür, den Wandel umzusetzen, den wir versprochen haben.« Starmer war in den vergangenen Stunden massiv unter Druck geraten.. Mit Innenministerin Shabana Mahmood und Außenministerin Yvette Cooper sollen dem 63-Jährigen gleich zwei ranghohe Ministerinnen geraten haben, einen Zeitplan für
seinen Rücktritt vorzulegen.. Vor der entscheidenden Kabinettssitzung am Vormittag hatten weitere Abgeordnete öffentlich den Rücktritt des Premiers gefordert.. Im Anschluß an das Krisentreffen stärkten dagegen mehrere Kabinettsmitglieder ihren Chef.. Niemand am Tisch habe den Premierminister herausgefordert, sagte Arbeitsminister Pat McFadden am Mittag bei Sky News.. Wirtschaftsminister Peter Kyle sagte, Starmer zeige standhafte Führungsstärke.. Die Sitzung sei »sehr zielgerichtet« gewesen.. Mehr als 70 der rund 400 Labour-Abgeordneten hatten dem angeschlagenen Regierungschef im Laufe des Montags laut
Sky und BBC öffentlich ihre Unterstützung entzogen.. Als Premierminister kann Starmer nicht abgewählt werden, wohl aber als Parteichef.. Wer Starmer herausfordern will, braucht dafür die offizielle Unterstützung von mindestens 20 Prozent der Labour-Abgeordneten im Unterhaus – aktuell sind das 81 Abgeordnete.. Starmers Labour-Partei hatte am Donnerstag bei den Kommunalwahlen in England über 1.400 Mandate in kommunalen Gremien verloren.. Bei der Parlamentswahl in Wales, der jahrzehntelangen Labour-Hochburg, rutschte die Partei hinter die Unabhängigkeitspartei Plaid Cymru und
Reform UK auf Platz drei.. Streik gegen Entlassungen Rom – Die Firma Elektrolux von Cerreto D’Esi in Mestre Venedig will die Fabrik schließen und 1.700 Beschäftigte entlassen.. Produktionsbereiche sollen nach kostengünstigen Orten außer Landes verlagert werden.. Nach einem Aufruf der Metallarbeitergewerkschaft FIOM der CGIL haben die Arbeiter und Angestellten in einem achtstündigen Streik dagegen protestiert und erklärt: »Wir werden diese industrielle Zerstörung nicht zulassen«.. Die Entlassungen betreffen fast 40 Prozent der Beschäftigten.. Von der Regierung
fordert die FIOM, unverzüglich einzugreifen.. Barbara Tibaldi , nationale Sekretärin von Fiom Cgil und Leiterin des Bereichs Haushaltsgeräte, warnte: »Wir werden eine weitere Industriekatastrophe nicht zulassen.« »Sucheinsatz« in Iraks Wüste Bagdad – Die irakischen Volksmobilisierungskräfte haben einen militärischen »Säuberungs- und Sucheinsatz« im Süden des Irak gestartet.. Der Einsatz habe in den Wüstenregionen der Provinzen Nadschaf und Kerbala begonnen, meldete die Nachrichtenagentur INA.. Der Einsatz erfolgt wenige Tage nach Berichten über einen mutmaßlichen israelischen Militärstützpunkt in
dem Wüstengebiet im Irak.. Das »Wall Street Journal« hatte berichtet, daß Israel von dort auch Luftangriffe im benachbarten Iran durchgeführt habe.. Das israelische Militär soll den Stützpunkt auch mit eigenen Luftschlägen verteidigt haben.. Dabei wurde mindestens ein irakischer Soldat getötet.
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