Baumgart traut Paderborn im Wolfsburg-Relegationshinspiel den Sprung zu

Ex-Trainer Steffen Baumgart sieht für den SC Paderborn im Relegations-Hinspiel beim VfL Wolfsburg am Donnerstag eine echte Chance auf den Aufstieg. Entscheidend seien Ruhe, Strukturen und der mögliche Druck auf den Bundesliga-Sechzehnten – doch die Mission bra
Wenn am Donnerstag die Mannschaften zum Relegations-Hinspiel beim VfL Wolfsburg einlaufen. hängt in diesem Duell mehr als ein einzelnes Ergebnis. Steffen Baumgart. von April 2017 bis Juni 2021 Trainer beim SC Paderborn. glaubt trotzdem fest an einen Moment. der für den Verein Geschichte schreiben kann.
„Paderborn hat die große Chance, nun eine sehr gute Saison nochmals zu toppen“, sagte Baumgart im Gespräch mit SPORT BILD. Ein Erfolg gegen den Bundesliga-Sechzehnten würde für den SC Paderborn den dritten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte nach 2014 und 2019 bedeuten.
Seine Begründung klingt wie ein Blick auf das Innenleben eines Außenseiters: „Was für Paderborn spricht: Die Ruhe im Verein, die Strukturen. Dazu kann der SCP als klarer Außenseiter nur gewinnen. Am letzten Spieltag noch die Relegation zu erreichen, das gibt zusätzliches Selbstvertrauen.“
Dazu kommt ein zweiter Hebel, den Baumgart vor allem in Wolfsburg verortet. „Als weiteren Faktor nannte der zuletzt bei Union Berlin tätige Fußballlehrer den Druck beim VfL Wolfsburg. der hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.“ Der Erfolg in Paderborns Vergangenheit mache die Sache zusätzlich greifbar. Baumgart verweist dabei auf die Fähigkeit. auch gegen große Namen unangenehm zu werden: „Und: Auch in der Saison 2025/26 hat Paderborn im DFB-Pokal gegen Leverkusen erneut gezeigt. dass der Verein in der Lage ist. selbst einem Top-Team aus der Bundesliga wehtun zu können. Erst in der Nachspielzeit der Verlängerung ging das Spiel, in dem Paderborn richtig stark war, verloren.“.
Trotzdem bleibt die Euphorie bei Baumgart klar begrenzt. Er warnt davor, das Hinspiel als Freifahrt zu betrachten. Die Relegationen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass es „zwei absolute Spitzenleistungen“ braucht. Als Beispiele nennt er Holstein Kiel und Fortuna Düsseldorf: „Allerdings braucht Paderborn zwei überragende Spiele. Das hat die Relegation in den vergangenen Jahren gezeigt. Kiel als Zweitligist etwa gewinnt 1:0 in Köln und verliert daheim dann 1:5 (Mai 2025; die Red.). Fortuna Düsseldorf schafft es nicht gegen den damaligen Bundesligisten Bochum – trotz eines 3:0-Hinspiel-Sieges beim VfL“, betonte Baumgart.
So entsteht ein bemerkenswerter Spannungsbogen: Auf der einen Seite spricht alles für den Versuch. den Wolfsburger Druck auszunutzen und den eigenen Rhythmus durchzuziehen. Auf der anderen Seite macht die Erfahrung aus früheren Relegationsserien deutlich. dass es am Ende nicht mit einem guten Abend getan ist. Eine Saison kann so viel vorbereitet haben – trotzdem muss der entscheidende Moment in zwei Spielen in Bestform erreicht werden.
Auch der aktuelle Cheftrainer des SC Paderborn, Ralf Kettemann, zeigt sich unmittelbar vor der Begegnung zuversichtlich. „Wir haben absolut Chancen, Wolfsburg zu schlagen. Es braucht viel Euphorie von allen. Es ist eine ,Once in a lifetime-Möglichkeit’ für ganz Paderborn. Wir müssen vieles richtig machen, aber es braucht kein Fußballwunder. Wir wissen, dass wir Wolfsburg wehtun können“, sagte Kettemann.
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