Drei Bauplätze, 300 Interessenten: Petersberg kämpft mit Baulandmangel

Fuldaer ZeitungFulda Drei Bauplätze, 300 Interessenten: Petersberg kämpft mit Baulandmangel Stand: 06.07.2026, 06:37 Uhr Von: Andreas Ungermann Die Nachfrage nach Bauland in Petersberg im Landkreis Fulda ist enorm. Doch das Angebot bleibt begrenzt. Neue Pläne könnten die Wende bringen. Petersberg – Die Gemeinde Petersberg gehört seit Jahren zu den Kommunen mit der höchsten Baulandnachfrage im Landkreis Fulda und muss dringend Bauland schaffen. Nun fällt auch noch das lange diskutierte Baugebiet „Hutweide“ weg. Die Potenziale sind endlich. Die Baulandnachfrage für Petersberg ist seit Anfang 2026 digital
erfasst und gebündelt. Rund 300 Interessenten für Bauplätze sind über die Plattform Baupilot in der Stadtregionskommune gelistet. Dieser Nachfrage gegenüber steht jedoch ein überschaubares Angebot von drei Flächen. „Zwei Grundstücke haben wir in der jüngsten Gemeindevertretersitzung an Petersberger vergeben“, sagt Bürgermeisterin Claudia Brandes (parteilos). Baugebiet-Entwicklung: Petersberg kämpft mit Baulandmangel „Zwei Flächen im Ortsteil Götzenhof, die die Kirchen über unsere Plattform vermarkten, kommen noch hinzu.“ Das war es dann aber auch schon. Ein wenig Entlastung hätte das Baugebiet Hutweide am Rande des Kernorts bringen können, das
seit rund 10 Jahren in der Diskussion war. Ebenfalls während der jüngsten Gemeindevertretersitzung gab Brandes jedoch bekannt: Der Gemeindevorstand hat beschlossen, die Ausweisung nicht weiter zu verfolgen. Mit einer Millionensumme hätte die Gemeinde in Vorleistung treten müssen. Das Vorhaben wäre für sie zu teuer gekommen. Neben dem Grundstückserwerb wäre die Erschließung der Feuchtflächen wohl nicht wirtschaftlich. Petersberg war es nicht gelungen, das Eigentum an der Gesamtfläche zu erwerben, um später Bauplätze zu vertretbaren Preisen weiterzuveräußern. Hinzu kommt, das Hessen Mobil eine Verkehrsanbindung ausgeschlossen hat. Perspektiven
gibt es dennoch: in Steinhaus und Margretenhaun. Für ersteren Ortsteil liegt bereits ein Plan vor, wie das Baugebiet, das in Richtung Dammersbach liegt, aussehen könnte. Parzelliert sind die Plätze indes bislang nicht, die Bauleitplanung steht noch am Anfang. Mit etwa 20 bis 30 Bauplätzen mit einer Größe von bis zu 800 Quadratmetern rechnet man im Petersberger Rathaus am Ende. Im Ortsteil Margretenhaun könnten 33 weitere Bauplätze entstehen. Auf der linken Seite der Straße „Am Hofgut“ in Richtung Böckels soll unter Einbeziehung des Hofs ein Wohngebiet
entstehen. In der ersten Offenlegung seien jedoch Probleme mit der Regenrückhaltung und der Fund eines Bergmolchs gemeldet worden. Perspektivisch wird laut Brandes Steinhaus schneller in die Umsetzung gehen. Bürgermeisterin möchte keine Zersiedelung der Gemeinde Was in einem dritten Ortsteil passieren könnte, steht aktuell noch in den Sternen. In einem Nebensatz fielen während der jüngsten Gemeindevertretersitzung noch der Name Horwieden und der Bereich der einstigen Tennishalle und des Hotels. „Dieses Projekt ist allerdings noch nicht spruchreif, da hier noch Gespräche über den Grundstückserwerb laufen“, betont Brandes.
Sollte dieses Ansinnen zur Umsetzung kommen, so könnten hier womöglich rund 20 weitere Bauplätze entstehen. Der bestehende Flächennutzungsplan ist der Bürgermeisterin zufolge damit weitestgehend ausgeschöpft, und das Schließen von Baulücken gestaltet sich schwierig. Rund 200 davon sind im Rathaus bekannt. Auf Anschreiben der Gemeinde hat laut Brandes nur ein Bruchteil der Grundstückseigentümer reagiert. Der Großteil von jenen, die sich zurückgemeldet haben, signalisierte jedoch kein Verkaufsinteresse. Die Verwaltung mache sich allerdings perspektivisch Gedanken und arbeite daran, einen neuen Flächennutzungsplan über ganz Petersberg samt Ortsteilen zu legen
und im Zuge dessen potenzielle Bauflächen zu identifizieren. „In den Etatplänen sind die Planungskosten dafür bereits berücksichtigt. Wenn das gelingt, würde das viele Verfahren vereinfachen und die schnellere Ausweisung von Bauland ermöglichen. Für die künftige Entwicklung gibt Brandes ein klares Ziel aus: „Wir wollen Petersberg bedacht weiterentwickeln, ohne die Gemeinde zu sehr zu zersiedeln.“ Dazu brauche es auch kleinere Wohnungen, die jedoch Mangelware seien. Die Nachfrage ist immens, die Preisbalance zu halten schwer. Schließlich solle Wohnraum auch bezahlbar bleiben. Immerhin weist der Immobilienmarktbericht für Petersberg
mit im Schnitt 176 Euro pro Quadratmeter den dritthöchsten Bodenrichtwert für Baugrundstücke im Landkreis Fulda aus – nach Künzell (203) und der Stadt Fulda (183). Beim Erwerb kommen für die Käufer dann noch Erschließungskosten hinzu. „Die Gemeinde will sich schließlich nicht bereichern“, versichert Brandes. Die Preise für Grundstücke privater Verkäufer betragen unterdessen ein Vielfaches dessen, was die Kommune aufruft. Eine positive Nachricht vermeldet die Bürgermeisterin unterdessen für die Gewerbeflächen: „Mit dem Regionalplan, der Ende des Jahres verabschiedet werden soll, können wir die Größe der zusätzlichen
Flächen nahezu verdoppeln.“ Das brächte der Kommune bei entsprechenden Ansiedlungen oder Ausweitungen immerhin zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen.
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