OMD spielen am 11. August im Amphitheater

StartseiteRegionHanau OMD spielen am 11. August im Amphitheater – McCluskey: „Spielen jeden Hit” Stand: 30.05.2026, 06:30 Uhr Von: Thorsten Becker Die englische Band Orchestral Manoeuvres in the Dark tritt zum zweiten Mal in Hanau auf. Frontmann Andy McCluskey verspricht eine Salve aus „Souvenir”, „Electricity” und „Joan of Arc”. Hanau – Es sind seit den 80er Jahren die „Ohrwürmer“, für die die englische Band Orchestral Manoeuvres in the Dark (OMD) weltberühmt ist: Synthesizer-Musik mit teilweise sehr kritischen Liedtexten („Cleptorcracy“ oder „Eonla Gay“). Nach 2022 tritt OMD
zum zweiten Mal in Hanau auf, am 11. August stehen Andy McCluskey und Paul Humphreys auf der Bühne im Amphitheater. Zeitlose Pop-Ikonen. Für Dirk Eisermann von der Konzertagentur Shooter war es ein Plan, die Band erneut nach Hanau zu holen: „OMD war für mich das Überraschungskonzert in der Saison 2022. Großartige Live-Performance, tolle Show, ein Hit nach dem anderen in einem nahezu ausverkauften Haus.“ „Summer of Hits“ heißt die Tour, die in Hanau Station macht. Im Interview erklärt OMD-Gründer McCluskey Hintergründe, sein Verhältnis zu Deutschland
und der EU. Es ist kein Geheimnis, dass sie von der deutschen Gruppe „Kraftwerk“ inspiriert worden sind. Warum? Als ich 16 Jahre alt war, hörte ich etwas im Radio. Es war wunderschöne Musik – aber völlig anders. Und ich dachte mir: Genau das ist es, wonach ich suche. Ich will etwas Neues. Ich will keine Rock-’n’-Roll-Klischees. Das ist die Art von Musik, die ich fortan hören und auch selbst zu schreiben versuchen möchte. Wann war das? Am 11. September 1975. Ich kaufte eine Eintrittskarte für
den Sitzplatz Q 36. Ich sah „Kraftwerk“ live spielen, und es war ein tiefgreifendes Erlebnis. Es glich nichts anderem, was ich je zuvor gesehen hatte. Und genau deshalb wollte ich elektronische Musik machen. Nicht, um sie zu kopieren – sondern schlicht, um mich von ihnen inspirieren zu lassen. Tatsächlich. Wir lassen uns wirklich von zwei Düsseldorfer Bands inspirieren – denn nicht nur von „Kraftwerk“, sondern auch vonder Krautrock-Band „Neu!“. Welche Ansätze waren das? Wir mögen den Minimalismus. Und zwar den minimalistischen elektronischen Ansatz von „Kraftwerk“.
Aber ich mag auch die emotionale Energie von „Neu!“. Und ich glaube, dass OMD tatsächlich die Stile dieser beiden Bands miteinander verbindet – zu einem hoffentlich ganz eigenen, unverwechselbaren Stil. Wie ist Ihr Verhältnis zu den Deutschen? Großartig. Also, wir spielen 36 Konzerte und Festivals in diesem Jahr … und, lass mich kurz nachzählen … wir geben elf Konzerte in Deutschland und elf in Großbritannien. Ich denke, das spricht für sich. Apropos Elf: Wie ist aus englischer Sicht das Verhältnis zu Deutschland kurz vor der
Fußball-Weltmeisterschaft? (lacht) Hör zu, England wird das tun, was es immer tut. Wir werden uns in unserer Gruppe qualifizieren und dann ausscheiden. Wahrscheinlich gegen Deutschland – im Elfmeterschießen. Wären Sie als britischer Staatsbürger doch lieber wieder in der EU? Ich bin sehr wütend auf Boris Johnson. Es war eine absolut dumme Idee. Und er hat das nur zu seinem persönlichen politischen Vorteil getan, weil er nicht geglaubt hat, dass das Vereinigte Königreich für den Austritt stimmen würde. Er wollte der nächste Premierminister werden. Und als
er dann am nächsten Tag aufwachte, hieß es nur: Oh mein Gott, was habe ich bloß getan? Und dann ist er natürlich davongelaufen. Er wollte absolut nichts mehr damit zu tun haben. Er überließ es Theresa May, zu versuchen, den Schlamassel zu bereinigen, den er angerichtet hatte. Und als sie es dann nicht konnte, beschloss er schließlich, selbst einzuschreiten und zu versuchen, die Sache in Ordnung zu bringen; und er war ein schrecklicher, schrecklicher Premierminister – denn er ist ein rasender Narzisst und nicht so
klug, wie er glaubt. Sie spielen mit OMD zum zweiten Mal in Hanau. Wie war der erste Auftritt vor vier Jahren? Es war richtig gut. Wir haben seit Jahrzehnten einen Draht zum deutschen Publikum, und ich spreche ein wenig „Bühnen-Deutsch“, was hilfreich ist. Ich habe Deutsch gelernt, als ich noch ein Kind war. „Summer of Hits“ heißt die Tour. Das Plakat ist gelungen: Sie und Paul Humphreys mit coolen Hemden und schwarzen Sonnenbrillen. Doch was macht die Löwendame mittendrin? Um deine Aufmerksamkeit zu erregen. Meine
Tochter lebt in London, und sie nahm mich mit in eine Absinth-Bar. Mit allen möglichen surrealen Dingen. Ich fragte daraufhin: Wirken die Dinge durch den Absinth noch surrealer? Für mich war klar: Hier müssen wir unbedingt ein Fotoshooting machen. Also sagte ich einfach zu Paul: „Komm, wir machen ein Fotoshooting, aber wir ziehen dabei nicht unsere üblichen Sakkos, Hemden und Krawatten an. Wir ziehen unsere verrückten Sachen aus den 90ern an.“ Diese beiden Hemden sind tatsächlich meine eigenen Hemden aus dem Jahr 1984. Das war
damals, als wir das Album „Junk Culture“ aufnahmen und uns ganz spontan dazu entschlossen, auch optisch mal völlig ausgeflippt aufzutreten – anstatt wie langweilige Bankangestellte auszusehen. Welche Hits werden Sie in Hanau spielen? Alle zusammen. Ja. „Seven Seas“, „Pandora’s Box“, „Joan of Arc“ – wir feuern eine ganze Salve ab: „Souvenir“, „Electricity“, „Locomotion“, „So in Love“, „Walking on the Milky Way“. Wir spielen jeden Hit, den wir euch nur um die Ohren hauen können.
OMD, Orchestral Manoeuvres in the Dark, Hanau, Amphitheater, Andy McCluskey, Paul Humphreys, Summer of Hits, Kraftwerk, Neu!, Boris Johnson, EU, Junk Culture