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Immobilien in Thailand: Zwischen hohen Renditen und rechtlichen Stolperfallen

Thailand hat sich längst von einem reinen Urlaubsparadies zu einem ernstzunehmenden Standort für Immobilieninvestoren entwickelt. Wer sein Portfolio diversifizieren will, blickt heute oft nicht mehr nur nach Dubai oder Spanien, sondern Richtung Südostasien. Die Gründe dafür sind eigentlich recht simpel: höhere Renditen und deutlich niedrigere Einstiegskosten im Vergleich zu vielen europäischen Märkten.

Aber Vorsicht – das ist kein Markt für Schnellsiedler oder Leute, die sich blind auf ihr Bauchgefühl verlassen. Man muss sich das Ganze eher wie ein komplexes Puzzle vorstellen. Misryoum hat sich bei Branchenkennern umgehört, und der Tenor ist eindeutig: Wer sich nicht vorbereitet, verliert. «Der Markt verzeiht keine Fehler», so ein Experte gegenüber Misryoum. Und das stimmt. Ich habe neulich jemanden getroffen, der nach dem Flug aus Bangkok noch immer etwas über die Hitze dort erzählte – diese Art von schwüler, schwerer Luft, die man sofort riecht, sobald man aus dem Flughafen tritt. Ein kleiner Moment der Realität, fernab von den Hochglanz-Prospekten.

Eines der am meisten missverstandenen Themen ist das Steuerrecht. Es klingt zwar erst einmal einfach, aber wehe, man verkauft zu früh. Wer eine Immobilie vor Ablauf von fünf Jahren abstößt, wird mit der sogenannten spezifischen Gewerbesteuer von 3,3 Prozent zur Kasse gebeten. Ein Detail, das in der Kalkulation oft untergeht, aber die Rendite kräftig schmälern kann. Die laufenden Steuern sind hingegen fast schon lächerlich gering – bei einer Wohnung im Wert von 130.000 Franken zahlt man oft nicht einmal 100 Franken Grundsteuer im Jahr. Auch bei den Mieteinnahmen ist das System, wie Misryoum berichtet, erstaunlich investorenfreundlich gestaltet.

Dann gibt es da noch die Sache mit dem Grundbesitz. Kurzer Hinweis: Als Ausländer Land zu kaufen ist schlichtweg nicht. Wer hier versucht, Abkürzungen zu finden, macht sich angreifbar. Die meisten setzen daher auf das sogenannte Eigentumswohnrecht, bei dem man ein vollumfängliches Recht an einem Apartment hat – solange der Ausländeranteil im Gebäude nicht über 49 Prozent steigt. Bei Villen arbeitet man hingegen meist mit einem 30-jährigen Erbbaurechtsvertrag. Klingt kompliziert? Ist es ohne die richtige rechtliche Beratung auch. Man sollte hier nicht an der falschen Stelle sparen, oder vielleicht doch lieber direkt ein Projekt bei einem börsennotierten Bauträger suchen?

Die Unterschiede zwischen den Regionen sind enorm. Bangkok bietet solide, stetige Erträge, während Phuket eher der Spielplatz für Kurzzeitvermietungen ist, wo man Renditen im zweistelligen Bereich erzielen kann – wenn alles glattläuft. Aber man darf die politischen Risiken nicht komplett ausblenden, auch wenn viele das gerne tun. Es bleibt ein Markt, der Geduld erfordert, und der Mindestanlagehorizont sollte bei mindestens fünf bis sieben Jahren liegen. Schnell reich werden? Eher nicht. Aber eine solide Alternative, wenn man weiß, wie das Spiel funktioniert.

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