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Gedenken stört die aktuelle Kriegstüchtigkeit

Während offizielle Gedenkveranstaltungen zum 81. Jahrestag des Kriegsendes in Europa zunehmend in den Hintergrund rücken, treibt die Politik die militärische Aufrüstung und strategische Konfrontation mit Russland voran.

Am 81.. Jahrestag der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation der deutschen faschistischen Wehrmacht, der das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa bedeutete, war es wieder einmal verdächtig still in den deutschen und fast allen westlichen Medien – zumindest zu diesem Thema.. Nicht gedenken sollte man der sowjetischen Befreier der Hauptstadt Berlin, und wer sich dennoch nicht davon abhalten ließ, sah sich erneut massiven Einschränkungen ausgesetzt.. Fahnen und jegliche Symbole der Armee der Befreier waren streng verboten

– ausgenommen die der westlichen Alliierten, jedoch die wurden ebensowenig erwähnt.. Es sei an dieser Stelle daran erinnert, daß vor einem Jahr, am 80.. Jahrestag der Befreiung, hierzulande nur eine einzige Partei der im Kampf um die Befreiung Luxemburgs gefallenen Soldaten der USA gedachte, nämlich die KPL.. Das Gedenken stört ganz offensichtlich die massive Propagandamaschinerie zur Herstellung von »Kriegstüchtigkeit«, und die sich zuspitzende Fixierung auf den Gegner Rußland.. Noch klarer als der deutsche Kriegsminister, der

unmittelbar nach dem Wochenende in die Ukraine reiste, um neue Rüstungsprojekte auszuhecken, kann man es kaum zum Ausdruck bringen.. Der deutsche Sozialdemokrat betonte wenige Minuten nach Ankunft in Kiew die »strategische Partnerschaft« mit der Ukraine.. Es gehe um die gemeinsame Entwicklung »modernster unbemannter Systeme in allen Reichweiten, gerade auch im Bereich Deep Strike«, sagte Pistorius, also der Fähigkeit, »wichtige Angriffsziele« weit im Hinterland eines gegnerischen Landes zu zerstören.. Pistorius und der ukrainische Kriegsminister unterzeichneten eine

Absichtserklärung über Zusammenarbeit bei der Aufrüstung.. Der »strategische Partner« berichtete dem deutschen Gast über den Kriegsverlauf in der Ukraine und betonte stolz: »Die Russen werden zermürbt.« Bei all dieser Kriegsertüchtigung wäre es durchaus kontraproduktiv, daran zu erinnern, daß es die Rote Armee der Sowjetunion war, die vor 81 Jahren Berlin befreite, eine Armee, der Menschen aller Völker der Sowjetunion angehörten, auch der Ukraine.. Oder daran, daß die Sowjetunion den höchsten Blutzoll entrichtete für die Zerschlagung

der faschistischen Bestie.. 27 Millionen Sowjetbürger fielen dem Krieg zum Opfer, darunter waren sehr viele Ukrainer, die nicht selten von eigenen Landsleuten dahingemetzelt wurden, von Ukrainern, die sich den deutschen Faschisten angedient hatten – und die in der heutigen Ukraine, dem »strategischen Partner«, offiziell als »Helden« verehrt werden.. Für Herrn Pistorius und die meisten anderen Anführer der europäischen NATO-Staaten gilt nach wie vor die Devise, daß man Rußland eine »strategische Niederlage« beibringen müsse.. Auch die

Friedensnobelpreisträgerin Europäische Union steht weiter zu diesem Ziel und ist bisher keine konstruktive Initiative ergriffen, um diesen Krieg beenden zu helfen.. Die einzige realistische Chance auf eine dauerhafte Lösung, nämlich die Schaffung einer neuen Sicherheitsarchitektur, in der die Sicherheitsinteressen ALLER Staaten berücksichtigt werden, wird nicht einmal in Erwägung gezogen.. »Europa« wolle mit am Tisch sitzen, heißt es aus Brüssel, aber eine Regelung zur Beendigung des Krieges darf aus Brüsseler Sicht auf keinen Fall in irgendeiner

Form auch im Interesse des strategischen Gegners Rußland sein.. Bei all dieser Kriegsertüchtigung hat ehrenvolles Gedenken an die Befreier keinen Platz.

Kriegstüchtigkeit, Gedenken, Ukraine-Konflikt, Rüstungspolitik, Zweiter Weltkrieg, Russland, Europa

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