Finalentscheidung im Volleyball: Mamer und Strassen vor der Chance

Am Samstagabend könnte schon alles vorbei sein – oder auch nicht, wer weiß das schon so genau. Mamer und Strassen haben aktuell die Nase vorn in der diesjährigen „Best of three“-Serie und könnten den Titel theoretisch schon am Wochenende klarmachen. Es riecht förmlich nach harter Arbeit in den Hallen, vielleicht sogar ein bisschen nach verschwitzten Trikots und dem typischen, leicht süßlichen Duft von Harz an den Händen, wenn man den Ballwechseln zusieht.
Bei den Damen war Gym im ersten Spiel eigentlich die stärkere Mannschaft, hat sich aber irgendwie selbst im Weg gestanden. Kapitänin Cindy Schneider von Gym gab gegenüber Misryoum zu: „In den gewonnenen Sätzen haben wir bewiesen, dass wir das bessere Team waren.“ Trotzdem gab es diese Phasen – diese, na ja, unerklärlichen Tiefen, die Mamer eiskalt bestraft hat. Vanessa Koos, die Kapitänin von Mamer, sieht das Ganze pragmatisch: „In den entscheidenden Momenten waren wir wohl doch einen Tick besser.“ Ein bisschen Glück war wohl auch dabei, aber das gehört ja bekanntlich dazu, oder nicht?
Wenn Trainer Fabio Aiuto es nicht schafft, die Köpfe seiner Spielerinnen bei Gym bis Samstag freizubekommen, könnte es bitter werden. Schneider weiß genau, woran es hakt: „Wir müssen konstanter spielen und die leichten Fehler vermeiden.“ Klingt simpel, ist aber auf dem Feld oft verdammt schwer umzusetzen. Mamer muss derweil aufpassen, dass sie nicht übermütig werden, denn auch Koos gab gegenüber Misryoum zu, dass der eigene Spielplan zwischendurch einfach vergessen wurde.
Und dann ist da noch das Finale der Herren. Lorentzweiler hat sich beim ersten Spiel wohl etwas verpokert. Trainer Serge Karier hat sich „leicht verrechnet“, wie er Misryoum verriet. Eine zu lange Trainingspause – das kann passieren, wenn man den Rhythmus falsch einschätzt. Karier klingt allerdings optimistisch, fast so, als wäre dieser kleine Patzer jetzt sogar ein strategischer Vorteil für das nächste Spiel.
Massimo Tarantini, der Trainer aus Strassen, bleibt hingegen bei seinem Plan. Er hat den ersten Satz gedreht und den zweiten zwar verloren, sieht das aber gelassen. „Die beiden Teams haben phasenweise Volleyball vom Feinsten geboten“, sagte er. Ob das reicht? Man wird sehen.
Es ist alles noch offen, irgendwie. Samstag ist Zahltag auf dem Feld, und egal wer gewinnt, eins ist sicher: Die Spannung bleibt bis zum letzten Ballwechsel – sofern nicht doch ein drittes Spiel nötig wird, was das Ganze natürlich wieder völlig anders aussehen lassen würde.