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CSV startet Charme-Offensive im Norden

Dass das Chalet des Sporthotels Leweck gestern Abend aus allen Nähten platzte, hatte wohl selbst die Organisatoren überrascht. Man hatte mit etwa hundert Leuten geplant, aber am Ende standen die Gäste bis an die Wände – ein bisschen eng, fast schon stickig war die Luft dort drin, man roch das Leder der Stühle und den Kaffee, der noch in der Luft hing. Premierminister Luc Frieden und Landwirtschaftsministerin Martine Hansen waren vor Ort, dazu eine ganze Riege an Abgeordneten und lokalen Unternehmern. Die CSV präsentierte sich dabei erstaunlich frisch; moderne Social-Media-Clips leiteten in die Themen ein, fast schon wie ein hipper Talkshow-Abend.

Der Bauer und Berater Marc Jacobs holte die Leute dann aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Sein Impulsvortrag über Emissionsvorgaben und den harten Strukturwandel in der Landwirtschaft wirkte wie ein kleiner Weckruf. Es geht um das Überleben der Betriebe, vor allem der Milch- und Viehwirtschaft. „Wir dürfen nicht zulassen, dass ausländische Holdings den Markt übernehmen“, mahnte er. Ein Satz, der im Saal sichtlich nachwirkte.

Dann gab es diesen einen Moment – ein Landwirt aus der Stauseeregion meldete sich zu Wort. Die Stimme des Mannes zitterte leicht, als er von der Zwickmühle zwischen Frührente und der Übergabe an seine Söhne erzählte. „Man wird zur Geisel der Reglementierungen“, sagte er. Das wirkte ehrlich, ein bisschen unbeholfen vielleicht, aber es traf den Kern. Man merkte richtig, wie es im Saal still wurde.

„Politik macht man mit den Menschen, nicht von oben herab“, versprach Frieden dann. Das klang fast ein bisschen zu einstudiert, aber er versicherte, die Probleme mit in die Chamber zu nehmen. Er betonte, dass Landwirtschaft kein Hobby sei, sondern ein Grundpfeiler unserer staatlichen Souveränität – wir wollen ja nicht alles importieren müssen, gerade in diesen Zeiten, wo die Weltlage ohnehin ständig… nun ja, eigentlich will man gar nicht genau hinschauen, was da alles passiert.

Eine konkrete Entlastung blieb jedoch aus. Die Hoffnung auf eine Steuersenkung beim Agrardiesel, wie sie unsere Nachbarn in Deutschland diskutieren, zerschlug sich schnell. Frieden erzählte lieber eine Anekdote über ein Telefonat mit Friedrich Merz, um zu zeigen, dass Luxemburg beim Spritpreis doch eigentlich noch ganz gut dasteht. Ob das den Bauern im Norden, die jeden Cent zweimal umdrehen müssen, wirklich hilft? Vielleicht eher nicht. Die Stimmung blieb am Ende also ein wenig zwiegespalten – zwischen dem Wunsch nach echtem Wandel und der Ernüchterung bei den harten Fakten. Mal sehen, ob daraus wirklich noch was wird.

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