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Börse Frankfurt: Vorsichtige Stimmung und ein Blick in den Nahen Osten

Der deutsche Leitindex hat sich heute eigentlich ganz gut geschlagen, auch wenn die Stimmung an den Märkten eher abwartend war. Am Ende stand ein kleines Plus von 0,09 Prozent auf 24.066,70 Punkte, womit wir uns immerhin über der psychologisch wichtigen Marke von 24.000 Zählern halten. Man merkt den Leuten irgendwie an, dass sie gerade lieber an der Seitenlinie warten — was angesichts der Schlagzeilen auch verständlich ist. Der MDax war da heute schon wesentlich engagierter und legte um 1,15 Prozent auf 30.887,08 Punkte zu.

Überall hört man es in den Fluren: Die Nervosität wegen der Lage im Nahen Osten ist einfach da. Misryoum hat erfahren, dass es unbestätigte Berichte über ein mögliches Treffen zwischen den USA und dem Iran geben könnte, vielleicht schon diesen Donnerstag. Während Pakistans Premier gerade durch muslimische Länder reist, ist Armeechef Asim Munir bereits in Teheran gelandet. Er gilt ja als eine der Schlüsselfiguren in dem ganzen Geflecht. Es riecht hier im Büro fast schon nach Kaffee und alten Zeitungen – ein ganz eigener Geruch, wenn die Nachrichten sich überschlagen.

In Europa sah es sonst eher trüb aus. Der EuroStoxx 50 verlor 0,74 Prozent auf 5.940,34 Zähler, und auch in London oder Zürich lief es nicht gerade rund. Die Anleger wirken fast gelähmt. Oder vielleicht auch nur erschöpft von der Nachrichtenlage, die sich ständig ändert.

Das absolute Highlight des Tages war Aixtron. Die Aktie ist völlig durch die Decke gegangen, ein Plus von 20,4 Prozent. Die haben ihre Jahresziele für Umsatz und Marge angehoben, und plötzlich ist das Papier so teuer wie zuletzt im Sommer 2001. Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass die Aktie dieses Jahr schon um 145 Prozent gestiegen ist. Auch Schaeffler konnte sich mit einem Plus von 6,2 Prozent sehen lassen; eine Präsentation vor den Quartalszahlen scheint bei Investoren einen Nerv getroffen zu haben – oder vielleicht war die Erwartungshaltung einfach nur extrem niedrig, schwer zu sagen.

Die Lufthansa leidet dagegen weiter unter dem Streik-Chaos, minus 2,3 Prozent. Fraport hängt da natürlich mit drin, auch wenn die Verluste mit 1,2 Prozent noch moderat waren. Bei Hypoport ging es hingegen wieder aufwärts, plus 10,3 Prozent. Das Papier hat jetzt endlich die 50-Tage-Linie geknackt. Und Heidelberger Druck macht da weiter, wo sie gestern aufgehört haben, mit einem Plus von 7,0 Prozent. Da spielt wohl auch die Rüstungsfantasie eine Rolle, Drohnenabwehr in Brandenburg – wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht? Es bleibt spannend, auch wenn man manchmal gar nicht genau weiß, in welche Richtung.

Die US-Märkte ziehen heute auch nicht so richtig mit, der Dow gibt etwas nach. Aber der Nasdaq 100 pirscht sich langsam an seine alten Rekorde heran. Man fragt sich, wie lange das noch gut geht.

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