Zehn Millionen Passagiere: Der Findel baut groß aus

Zehn Millionen Passagiere – das ist die stolze Zielmarke für den Flughafen Findel bis zum Jahr 2050. Aktuell liegt das Limit deutlich niedriger, weshalb der Flughafenbetreiber LuxAirport zusammen mit Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) nun die Karten auf den Tisch gelegt hat. Es ist ein Masterplan, der, wie es laut Misryoum heißt, eine echte Premiere für den Standort darstellt.
Es riecht förmlich nach Umbruch, wenn man die Pläne hört. Backes betonte in der Chamber die wirtschaftliche Wucht: 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hängen hier dran, von den zehntausenden Arbeitsplätzen ganz zu schweigen. Aber ist das alles überhaupt machbar? Gilio Fonck, Präsident des Verwaltungsrats, bremst bei der Euphorie ein wenig – es sei kein starrer Bauplan für morgen, sondern eher eine Vision, die auslotet, was bis 2050 eigentlich geht.
Die Zahlen sind dabei durchaus wuchtig. Zehn Millionen Passagiere sollen sich durch die Hallen schieben, wobei Luxair den Löwenanteil stemmen soll. Und dazwischen, fast schon nebenbei, noch das Cargo-Geschäft mit seinen 15 Prozent. Man könnte fast meinen, das Gelände sei dehnbar, dabei wissen alle, die schon mal dort waren: Der Platz ist verdammt eng.
Um das alles unterzubringen, wird radikal aufgeräumt. Der neue „Salon d’honneur“ ist da nur der Anfang, ein Prestigeprojekt für die EU-Ratspräsidentschaft 2029. Aber der Fokus liegt auf Effizienz. Die Sicherheitskontrollen – ein ewiges Ärgernis – sollen zentralisiert werden. Flassak, der CEO von LuxAirport, verspricht kurze Wege: 50 Meter von der Tram bis zur Kontrolle, das klingt fast zu schön, um wahr zu sein.
Und dann ist da noch der Masterplan für die kommenden Jahre:
– Erweiterung des Terminals A nach Osten bis 2028.
– Neubauten und Umstrukturierungen bei Cargo und Fuel Farm.
– Ein neuer Hybrid-Tower, der in den Komplex des VIP-Terminals wandert.
Es ist ein gewaltiges Vorhaben. Eine Milliarde Euro soll bis 2032 in diese Umbauten fließen. Der Staat steuert ein Fünftel bei, der Rest kommt von LuxAirport. Ob man am Ende wirklich bei 15 Millionen Kapazität landet, wie Fonck andeutet? Vielleicht. Irgendwann kommt sowieso der Engpass, bei 53 Maschinen ist Schluss, mehr geht physikalisch einfach nicht.
Das Leben am Flughafen wird sich komplett drehen, wenn erst mal die neuen Parkhäuser und der geplante unterirdische Bahnhof stehen. Privatautos vor dem Terminal? Das wird Geschichte sein. Es ist ein bisschen wie ein großes Puzzle, bei dem man erst die alten Teile – die alten Hallen, Sportflieger, ja sogar den Tower – abräumen muss, um Platz für die Zukunft zu schaffen. Oder zumindest für das, was man heute für die Zukunft hält. Man wird sehen, ob der Zeitplan hält oder ob die Realität mal wieder schneller ist als das Papier.