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„Madness“-Zeit: Rückblick auf die größten Play-off-Überraschungen

Die Letzten werden die Ersten sein: Die Saison 2021/22 ist bei vielen Basketball-Fans noch immer präsent. Es war das Jahr des großen Favoritensterbens, das man so wohl kaum kommen sah. Der T71 Düdelingen rettete sich damals am letzten Spieltag gerade noch so auf den achten Tabellenplatz – ein bisschen Glück gegen Telstar Hesperingen und die Schützenhilfe aus Contern gegen die Musel Pikes waren nötig. Dass man mit Tom Schumacher als kurzfristig eingesprungenem Trainer plötzlich alles auf den Kopf stellen würde, hätte zu diesem Zeitpunkt niemand für möglich gehalten.

Was folgte, war eigentlich Wahnsinn. Im Viertelfinale fegte der T71 den regulären Tabellenführer aus Bartringen mit 2:0 vom Parkett. Und das Halbfinale gegen Esch? Erst ein 0:1-Rückstand, dann die Verlängerung im entscheidenden dritten Spiel. Ich erinnere mich noch gut an die Atmosphäre in der Halle, man konnte die Spannung fast greifen, dieses dumpfe Geräusch der quietschenden Sohlen auf dem Parkett — das war Basketball pur. Dass das Finale gegen Steinsel dann über fünf Spiele ging, war ein Novum im Luxemburger Sport. Am Ende holte sich die Amicale zwar den Titel, aber der Weg der beiden Underdogs bleibt in Erinnerung.

Überhaupt, das Derby-Spektakel von 2023. Ettelbrück hatte den Pokalsieg bereits in der Tasche und schien unantastbar. Doch dann kam die Arantia Fels. In ihrem „Hexenkessel“ – man roch förmlich den Schweiß und das Adrenalin in der Luft – feierten sie ihren ersten Play-off-Sieg überhaupt. Die Entscheidung fiel in einem Krimi mit 103:102. Nerven aus Stahl waren da wohl eher Mangelware.

Es ist schon kurios, wie sich das entwickelt.

Die Sparta Bartringen ist da so ein Fall für sich. Seit Jahren baut man dort an einem Projekt, Talente wie Max Logelin sind längst keine Geheimtipps mehr. Doch irgendwie scheint ein Fluch auf der ersten Play-off-Runde zu liegen. Verletzungspech, Routine der Gegner – es passt einfach nie ganz zusammen, wenn es darauf ankommt. Ähnlich erging es oft der Résidence Walferdingen, die zwar regelmäßig vorne mitspielte, aber eben – naja, meistens im Viertelfinale – die Segel streichen musste. Außer 2024, da ging es immerhin ins Halbfinale, nur um dann chancenlos gegen Steinsel zu unterliegen.

Und dann die Damen. Wer erinnert sich nicht an 2019? Gréngewald Hostert kam als Sechster der Quali und pflügte durch die Play-offs. Der Buzzerbeater von Alex Louin in der Verlängerung in Düdelingen – ein Wurf für die Geschichtsbücher. Damals platzten alle Träume der Gastgeber in einem einzigen Moment. Das ist wohl das, was wir „Madness“ nennen. Auf solche Höhen folgen aber oft bittere Tiefen, wie man bei Gréngewald 2021 und 2022 sehen konnte, als schon im Viertelfinale Schluss war. Sport ist eben unberechenbar.

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