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Krach mit Gott im Kleinen Theater

Krach mit Gott im Kleinen Theater

Das Kleine Theater bringt eine humorvolle und zugleich scharfe Auseinandersetzung mit göttlicher Macht und gesellschaftlichen Strukturen auf die Bühne.

Sündige Menschheit wird gerichtet.. Gott – von Zorn und Ekel erfüllt – will die komplette Schöpfung vernichten und lädt zu einer himmlischen Sitzung Jesus, den Heiligen Geist und den Teufel ein.. Obwohl die Apokalypse sein festes Ziel ist, hört er der Ordnung halber die Meinungen der anderen.. Jesus tritt als Fürsprecher der Menschheit auf, auch Satan verteidigt sie – “wer könnte das Böse besser verteidigen als der Böse selbst?” Der Heilige Geist hingegen agiert als

Staatsanwalt, enttäuscht über das Scheitern seiner Bemühungen.. Die Anhörung scheint ergebnislos, bis Maria, zuvor aus der Versammlung ausgeschlossen, das Wort ergreift.. Maria erinnert Gott an seine eigenen Fehler Sie erinnert Gott an seine eigenen Fehler und plädiert gemeinsam mit Jesus dafür, die Menschheit künftig ohne göttliche Einmischung bestehen zu lassen – mit Natur, Kunst, Musik und Liebe als “Heiligem”.. Gott, nicht ganz überzeugt, vertagt die Entscheidung auf unbestimmte Zeit.. Mitterers Werk bietet mit Wortwitz und

Charme eine scharfe, zugleich humorvolle Auseinandersetzung mit Kirche, Glauben und Macht – und greift dabei auch feministische Ansätze auf.. Das Stück thematisiert Frauenfeindlichkeit “Mir gefallen Mitterer-Stücke grundsätzlich gut.. Die Themen, die Texte, der Stil, das spricht mich an.. Die Figuren hinterfragen sich, reflektieren, gestehen Fehler ein oder aber verwehren sich gegen jede Änderung.. Sie wollen die Herrschaft des Patriarchats nicht abgeben.. Genau das interessiert mich besonders an diesem Stück, weil es die seit jeher vorherrschende

Frauenfeindlichkeit der katholischen Kirche thematisiert, wobei das auch auf alle anderen Religionen zutrifft”, sagt Helmut Vitzthum von der Freien Bühne Salzburg.. Weitere Termine nach der Premiere am 6.. Mai im Kleinen Theater: Freitag, 15., Samstag, 16.. und Donnerstag, 21.. Mai, jeweils 19.30 Uhr.. (Quelle: Salzburger Woche)

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