Iran und USA drohen sich: Wiederaufnahme der Kämpfe nach Lage an der Straße von Hormus

Iran und USA erhöhen die Drohkulisse an der Straße von Hormus. US-Warnungen treffen auf iranische Gegenpositionen, während Transite weiter begleitet werden.
Die Lage an der Straße von Hormus droht erneut zu kippen: Iran und USA haben sich gegenseitig mit einer möglichen Wiederaufnahme der Kämpfe konfrontiert.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf sagte, die Angriffe seines Landes hätten „noch nicht einmal begonnen“.. Er verwies zugleich auf die eigene Einschätzung, der Konflikt ließe sich aus iranischer Sicht vorerst kontrollieren.. Auch mit Blick auf Verhandlungen über ein Ende der Krise erklärte Ghalibaf, dass für die Vereinigten Staaten die Fortsetzung der aktuellen Lage unhaltbar sei.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth warnte den Iran am Dienstag vor der „vernichtenden Feuerkraft der USA“, falls weitere Schiffe angegriffen würden.. Damit reagierte Washington auf die eskalationsbereiten Aussagen aus Teheran und behielt eine harte Linie gegenüber möglichen Angriffen im und um den Persischen Golf bei.
Dass sich beide Seiten trotz laufender Transitbemühungen öffentlich so scharf positionieren, zeigt, wie fragil die Lage bleibt. Schon kleine Zwischenfälle könnten die Schwelle zur offenen Eskalation deutlich nach oben verschieben.
Hintergrund ist ein US-Militäreinsatz, den die USA am Montag zur Sicherung der für den Öl- und Gashandel wichtigen Route in der Region starteten.. Die Maßnahme trägt den Namen „Projekt Freiheit“.. Ziel ist nach Darstellung aus Washington, feststeckende Schiffe aus der Meerenge hinaus „zu geleiten“, nachdem die Lage durch iranische Blockadevorwürfe geprägt war.
Die US-Seite erklärte, bereits am ersten Einsatztag seien mindestens sechs iranische Kleinboote angegriffen sowie Drohnen- und Raketenangriffe abgewehrt worden.. Teheran widersprach dem.. Gleichzeitig hatten iranische Medien von Raketenangriffen auf ein US-Militärschiff und Warnschüssen in der Nähe von US-Zerstörern berichtet, während Washington diese Darstellung zurückwies.
Meanwhile meldete der dänische Frachtriese Maersk am Dienstag eine erfolgreiche Durchfahrt eines seiner Schiffe. Nach Angaben des Unternehmens passierte der Frachter die Straße von Hormus unter US-Flagge; der Transit sei unter Eskorte des US-Militärs „ohne Zwischenfälle“ verlaufen.
Iran hatte im Vorfeld gedroht, sämtliche US-Streitkräfte anzugreifen, die sich der Handelsroute nähern oder in sie einfahren.
In Washington heißt es derweil, die vor knapp einem Monat vereinbarte Waffenruhe gelte derzeit noch.. US-Generalstabschef Dan Caine betonte zugleich, das Militär sei jederzeit bereit, „größere Kampfhandlungen“ wieder aufzunehmen, falls Präsident Donald Trump den Befehl dazu erteile.. Hegseth machte außerdem klar, die USA erwarteten Unterstützung durch andere Staaten, damit der Frachtschiffverkehr durch die Straße von Hormus weiter ermöglicht werden könne.
Zum geeigneten Zeitpunkt, „und das wird bald sein“, wollen die USA die Verantwortung wieder abgeben, sagte Hegseth. Diese Aussage unterstreicht, dass es weniger um einen dauerhaften Dauer-Einsatz geht, sondern um Stabilisierung bis zu einem von Washington gesteuerten Übergang.
Für die Region ist das vor allem deshalb entscheidend, weil sich Handelsrouten und Sicherheitslogik gegenseitig verstärken: Je stärker die öffentlichen Drohungen, desto höher das Risiko von Fehlkalkulationen, auch wenn einzelne Transite bislang ohne Zwischenfälle verliefen.