EU plant neue App für striktere Alterskontrollen

Es riecht nach Aufbruch in Brüssel, oder vielleicht ist es auch nur der kalte Kaffee auf dem Schreibtisch — jedenfalls hat die Kommission jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. Ursula von der Leyen hat am Mittwoch verkündet, dass die neue App für Alterskontrollen im Netz im Grunde fertig ist. Das Konzept klingt erst einmal simpel: Die Anwendung wird heruntergeladen, man legitimiert sich per Ausweis und dann speichert das Ding nur das Geburtsdatum. Wenn man dann auf Tiktok oder anderen Plattformen unterwegs ist, funkt die App quasi ein ‚Go‘ oder ‚Stop‘ an die Webseite.
Die Idee ist, dass man sich per QR-Code ausweist, wenn man an einem fremden Gerät sitzt. Laut Misryoum soll das Ganze komplett anonym ablaufen; Dritte erfahren also nicht, welche Seiten man besucht. Datenschutz war ja immer das große Argument der Plattformen, warum das alles ‚technisch nicht möglich‘ sei. Tja, dieses Argument zieht wohl nicht mehr.
Natürlich hat ein Beamter der Kommission eingeräumt, dass das System nicht absolut wasserdicht ist. Es ist eben menschlich, dass sich jüngere Kinder vielleicht den Ausweis der großen Schwester schnappen — oder die Eltern lassen sie einfach gewähren. Es ist halt so, wie es immer ist bei technischen Lösungen.
Eigentlich sind Plattformen wie Youtube oder Instagram sowieso schon ab 13 oder 16 Jahren freigegeben, aber bisher reicht ein Klick auf ein fiktives Geburtsdatum. Das soll nun ein Ende haben. Die Kommission will unter dem Digital Services Act härter durchgreifen, sobald die App offiziell in den 27 EU-Staaten ausgerollt wird. Länder wie Frankreich, Spanien oder Dänemark haben da schon ein bisschen herumprobiert und wohl Blut geleckt, was die gesetzliche Pflicht angeht.
„Es gibt keine Ausreden mehr“, hat von der Leyen in Brüssel ziemlich deutlich in Richtung der großen Tech-Giganten gesagt. Ob das am Ende wirklich funktioniert, bleibt abzuwarten. Vielleicht entwickeln ja auch private Anbieter eigene Lösungen, denn der Code ist jetzt erst einmal für alle zugänglich. Man könnte meinen, das Netz wird endlich ein bisschen ‚sauberer‘, aber ob das die Komplexität der digitalen Welt wirklich einfängt? Mal sehen, wie sich das entwickelt, wenn es erst einmal überall verpflichtend wird. Die Zeit wird es zeigen.