“Das bisherige Modell war ein Murks”: Community Nurses in Salzburg vor Comeback?

Es ist ein interessanter Vorstoß, der da gerade aus dem Salzburger Landtag zu hören ist. Wolfgang Fürweger (FPÖ) hat sich gemeinsam mit einer Delegation des Landes in Niederösterreich umgesehen – genauer gesagt bei den sogenannten „Acute Community Nurses“. Die Stimmung dort scheint ihn nachhaltig beeindruckt zu haben, besonders wenn es um die Zahlen geht. Über die Hälfte aller Einsätze, nämlich genau 51 Prozent, machen einen Krankenhausaufenthalt überflüssig. Das riecht nach Entlastung, und zwar gewaltig.
Wenn man bedenkt, dass in Salzburg derzeit etwa 18,3 Millionen Euro für Rettungstransporte anfallen, wirkt der Vergleich aus Niederösterreich fast schon provokant. 500 Euro kostet dort ein einzelner Einsatz – das deckt sich in etwa mit den Kosten für einen Rettungstransport. „Das bisherige Modell war ein Murks“, sagt Fürweger dazu. Und es riecht dort im Büro bei dem Gespräch fast ein wenig nach frischem Kaffee, während er energisch auf den Tisch deutet – es geht um Effizienz.
Die Kritik richtet sich vor allem gegen das EU-geförderte Pilotprojekt, das Ende letzten Jahres auslief. In manchen Salzburger Gemeinden seien die Pflegekräfte damals kaum mehr als „bessere Sekretärinnen“ gewesen, so der Vorwurf. Eine klare Strategie? Fehlanzeige. Das soll jetzt anders werden. Der Landesrat schwebt ein System mit drei Stützpunkten vor, um das ganze Bundesland abzudecken. Das Ziel: Jede Gemeinde soll innerhalb von 45 Minuten erreichbar sein.
Es geht aber nicht nur um Organisation, sondern auch um die Menschen, die am Wochenende allein gelassen werden. Wenn man in Salzburg ein Problem mit Diabetes hat, wenn die Hausarztpraxen zu sind – „dann wünsch ich dir viel Spaß“, meint Fürweger. Das ist natürlich pointiert, aber der Kern der Sache ist ernst. Die ACN-Kräfte sollen deutlich mehr Befugnisse bekommen, um direkt vor Ort zu intervenieren, statt nur zu beraten. Die Kompetenzen wären eigentlich da, aber sie liegen in Salzburg – oder lagen sie bisher? – oft brach.
Ob das alles so klappt, bleibt abzuwarten. Es ist ein ambitionierter Plan, besonders was den Aufbau eines zentralen Pools an diplomierten Pflegekräften angeht. Statt jede Gemeinde einzeln mit Personal auszustatten, will er die Kräfte bündeln. Flachgau, Pinzgau… na ja, mal sehen, wie das in der Praxis wirklich aussieht. Es ist jedenfalls ein Bruch mit der bisherigen Linie.
Die Gesundheitsabteilung des Landes muss nun erst einmal die Details prüfen. Misryoum bleibt natürlich dran, denn bei dem Thema geht es um mehr als nur um Zahlen auf einem Blatt Papier. Es geht um die Versorgung, die sich „sonst nicht mehr ausgehen wird“, wie Fürweger warnt. Ob das eine Drohung oder ein Versprechen für eine bessere Zukunft ist? Die Zeit wird es zeigen.