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Kubanischer Präsident weist Trump-Drohung zurück

Der kubanische Präsident Díaz-Canel hat die Drohungen der US-Regierung zurückgewiesen. Hunderttausende protestierten in Havanna gegen Embargo und Sanktionen.

Eine neue Eskalationswelle aus Washington stößt in Havanna auf klare Ablehnung: Kubas Präsident Díaz-Canel hat die jüngste Drohung von US-Präsident Trump zurückgewiesen.

Hintergrund sind neue Signale aus den USA, die eine Übernahme Kubas in den Raum stellen.. Trump hatte Kuba zuvor bereits als „gescheiterten Staat“ bezeichnet und angekündigt, „in Kuba vorbeischauen“ zu wollen, sobald ein Konflikt im Nahen Osten beendet sei.. Gleichzeitig weitete die US-Regierung die Sanktionen gegen die sozialistische Karibikinsel aus.

Misryoum zufolge zeigt sich darin, wie stark der Konflikt zwischen den beiden Staaten wieder an Fahrt aufnimmt, auch über die Ebene offizieller Politik hinaus.

Díaz-Canel widersprach dieser Linie deutlich. Er stellte klar, kein Aggressor werde in Kuba auf Kapitulation stoßen, selbst wenn er noch so mächtig sei. Stattdessen werde man auf ein Volk treffen, das entschlossen sei, Souveränität und Unabhängigkeit konsequent zu verteidigen.

Am Tag der Arbeit gingen anschließend Hunderttausende Kubaner in Havanna auf die Straße.. Aus Regierungsangaben nahmen mehr als 500.000 Menschen an einer Kundgebung vor der US-Botschaft teil, gemeinsam mit Díaz-Canel und dem früheren Staatschef Raúl Castro.. Protestiert wurde gegen das US-Embargo und gegen die Drohungen der Trump-Regierung.

Dass solche Demonstrationen in dieser Größenordnung stattfinden, ist ein Signal: In Kuba wird die aktuelle Politik der USA nicht nur als außenpolitische Maßnahme, sondern als direkte Herausforderung der nationalen Handlungsfähigkeit wahrgenommen.

Parallel wird die Lage auf der Insel weiterhin von einer schweren Wirtschaftskrise geprägt, die seit Jahrzehnten als außergewöhnlich gilt. Die Regierung beschreibt die Situation zudem als weiter verschärft durch massive Energieknappheit.

Nach Darstellung von Misryoum wirkt sich eine von der US-Regierung seit Januar verhängte Ölblockade besonders spürbar aus: Es kommt wiederholt zu stundenlangen Stromausfällen, gleichzeitig fehlt es an Treibstoff, Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs.

In diesem Kontext dürfte die Aussage des Präsidenten nicht nur rhetorisch verstanden werden. Sie zielt darauf, Widerstand und Zusammenhalt im Inneren zu stärken, während außenpolitischer Druck zunimmt.

Zum Abschluss bleibt der Kern der Botschaft unmissverständlich: Díaz-Canel stellt sich der Eskalation entgegen und betont, Kuba werde seine Unabhängigkeit auch unter verschärften Bedingungen verteidigen.