Buffalo Bill in Mainz: Als der Wilde Westen an den Rhein kam
Vor 135 Jahren machte Buffalo Bill in Mainz Station. Seine Reise ließ Rheinhessen für wenige Tage von Amerika träumen.
Ein Bison, ein Gewehr und ein Publikum, das staunend Richtung Rhein blickte: Vor 135 Jahren kam Buffalo Bill nach Mainz und brachte den „Wilden Westen“ mitten in die Region.
Vom 4.. bis 7.. Mai 1891 gastierte der legendäre Westernheld mit seiner Truppe in Rheinhessen.. In Mainz präsentierte die Gruppe nach Angaben aus der regionalen Aufarbeitung unter anderem Indianer, Cowboys, Pfadfinder sowie eine große Zahl an Pferden und Büffeln.. Für viele Besucher war es ein Moment, der sich stark nach „Amerika“ anfühlte, obwohl die Stadt am Rhein dafür nur wenige Tage Bühne bot.
Entscheidend ist dabei weniger das Spektakel an sich, sondern die Wirkung: Mainz sah einen Traum, der sich über Jahre und Kontinente hinweg aufgebaut hatte.
Buffalo Bill, mit bürgerlichem Namen William Frederick Cody, vermarktete sein Auftreten dabei nicht als Show, wie es in der Einordnung heißt.. Vielmehr stand aus seiner Sicht die Vermittlung von Leben und Kultur Nordamerikas im Vordergrund.. Gleichzeitig betont Misryoum-kontextnah, dass sich in der Wahrnehmung ein Mythos festsetzte: Der „Wilde Westen“ wurde dabei in einer Weise erzählt, die mit der Wirklichkeit nicht deckungsgleich gewesen sei.
Warum ausgerechnet Mainz?. Cody hatte seine Stationen im Deutschen Reich strategisch gesetzt, darunter zahlreiche Orte, wie es aus der lokalen historischen Darstellung hervorgeht.. Mainz galt damals als Hauptstadt der großherzoglich-hessischen Provinz Rheinhessen und zählte zu den größeren Städten der Region.. Mit einem großen Hinterland und einer guten Anbindung an das Bahnnetz war die Stadt zudem prädestiniert, Zuschauer in größerer Zahl anzuziehen.
Dass sich das Interesse so stark bündelte, verwundert wenig: Wenn eine ferne Welt mit Rhythmus, Bildern und Figuren auf die eigene Bühne kommt, wird aus Neugier schnell Begeisterung.