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Amnesty meldet Rekord: Hinrichtungen wie seit 44 Jahren nicht

Die Zahl der weltweit erfassten Hinrichtungen ist im vergangenen Jahr massiv gestiegen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verzeichnete 2025 mindestens 2707 Hinrichtungen in 17 Ländern – so viele wie seit 44 Jahren nicht mehr. Die Dunkelziffer schätzt die Organisation vor allem wegen des Umgangs mit der Todesstrafe in China noch deutlich höher ein. „Die Todesstrafe ist die extremste Form staatlicher Gewalt: Sie ist unmenschlich, endgültig und lässt keinen Raum für Fehler oder Gerechtigkeit. Dass immer noch Regierungen darauf setzen, zeigt eine erschreckende Missachtung des Rechts auf

Leben“, sagt Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty Deutschland. Im Jahr 2024 waren mindestens 1518 Hinrichtungen erfasst worden. Der deutliche Anstieg werde vor allem durch den Iran verursacht, wo mindestens 2159 Menschen hingerichtet worden seien, teilte Amnesty mit. Die iranischen Behörden setzten die Todesstrafe „weiterhin als Waffe ein, (…) um Angst in der Bevölkerung zu verbreiten“ und diejenigen zu bestrafen, die das System herausforderten. Die weltweit höchste Zahl an Hinrichtungen werde in China vollstreckt, teilte Amnesty mit – das tatsächliche Ausmaß bleibe aber unklar, weil entsprechende

Daten zu Exekutionen „als Staatsgeheimnis gelten“. Die geschätzte Zahl gibt die Menschenrechtsorganisation mit mehreren Tausend an. In den USA verzeichnete Amnesty 47 Hinrichtungen und damit so viele wie seit 2009 nicht mehr. US-Präsident Donald Trump gilt als Befürworter der Todesstrafe, die in mehr als zwei Dutzend der 50 Bundesstaaten zugelassen ist. Von den 47 Menschen wurden den Angaben zufolge allein 19 im US-Bundesstaat Florida hingerichtet. Justizminister Todd Blanche sprach sich zuletzt dafür aus, dass Straftäter auf Bundesebene künftig auch durch Erschießen hingerichtet werden dürfen. Mit

1257 von den 2707 dokumentierten Fällen wurde fast die Hälfte der bekannten Hinrichtungen wegen Drogendelikten in China, Kuwait, Saudi-Arabien, Singapur und im Iran vollstreckt. Die Todesstrafe dürfe aber ausschließlich bei „schwersten Verbrechen“ verhängt werden. „Menschen für Straftaten wie Drogendelikte hinzurichten, ist zusätzlich ein klarer Bruch des Völkerrechts“, sagte Duchrow. „Diese Praxis ist nicht nur rechtswidrig, sondern zutiefst menschenverachtend.“ 113 Länder haben die Todesstrafe bei allen Straftaten abgeschafft. „Mehr als die Hälfte aller Länder der Welt. Weltweit setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Todesstrafe grausam,

diskriminierend und wirkungslos ist – und deshalb keinen Platz mehr in unserer Zeit haben darf“, sagte Duchrow. (Quelle: SN, dpa)

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