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Volle Pools trotz Trockenheit: Wasser knapp – erste Gemeinde droht mit 730€ Strafe

In Teilen Niederösterreichs sinken Grundwasserspiegel und die Trinkwasserversorgung gerät unter Druck. Eine Gemeinde droht jetzt bis zu 730€ für Verstöße.

Anhaltende Trockenheit führt in Niederösterreich vielerorts zu niedrigen Grundwasserspiegeln.. Besonders im Bezirk Melk kam es zuletzt zu Problemen bei der Trinkwasserversorgung.. In einem Ortsteil von Artstetten-Pöbring war kurzfristig kein Wasser verfügbar.. Bürgermeister Karl Höfer (ÖVP) erklärte, dass an einem Tag rund 150 Kubikmeter mehr Wasser als üblich genutzt wurden: “Wenn im Ort viel Wasser verbraucht wird, dann reicht der Wasserdruck nicht, dass in höhergelegene Häuser noch Wasser fließt”, so der Ortschef im “Heute”-Gespräch.. Die Bevölkerung

sei der Bitte, Pools nicht zu befüllen und Gärten nicht zu bewässern, nicht nachgekommen.. “Wenn man koordiniert an einem Strang zieht, dann schafft man das.. Aber die Leute waren scheinbar so unbekümmert, dass sie trotzdem weiter Wasser verbraucht haben.. Es hat ganz klar an Betroffenheit gefehlt, stattdessen gab es Egoismus”, ärgert sich Höfer.. Sollte die Solidarität nicht ausreichen, drohen strengere Maßnahmen bis hin zu Anzeigen.. Laut Gemeinde können Verwaltungsübertretungen geahndet werden – das Strafausmaß liegt

bei bis zu 730 Euro.. Die Gemeinde geht davon aus, dass sich die Versorgungssituation in den nächsten Monaten “sehr angespannt” bleibt.. Wie der ORF berichtet, handelt es sich laut Martin Angelmaier, Leiter der Gruppe Wasser beim Amt der NÖ Landesregierung, derzeit um wirkliche Einzelfälle.. Aktuell zeigen 46 Prozent der Messstellen einen niedrigen Grundwasserspiegel, bei vier Prozent ist der Stand sogar sehr niedrig.. Notfallpläne für Engpässe Für örtliche Engpässe gibt es gemeinsam mit dem Bund entwickelte

Notfallpläne.. Diese reichen von provisorischen Verbindungsleitungen zu Nachbargemeinden bis zur Versorgung mit Tankwagen.. Generell werde bei lokalen Ausfällen rasch eine Notversorgung bereitgestellt, betonte Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) sieht trotz Herausforderungen durch die Trockenheit die Wasserversorgung gesichert.. Beim Thema Poolbefüllungen sei laut Totschnig eine Regelung vor Ort notwendig, eine Zentralisierung lehnt er ab.. 92 Prozent an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen In Niederösterreich werden 92 Prozent der Bevölkerung öffentlich mit Wasser versorgt: 54

Prozent durch Gemeinden und Wassergenossenschaften, 25 Prozent durch überregionale Großversorger und 13 Prozent durch regionale Gemeindeverbände.. Acht Prozent nutzen eigene Brunnen.. Seit 2020 investierte das Land 500 Millionen Euro in rund 1.400 Wasserversorgungsprojekte.. Neben den Haushalten ist auch die Landwirtschaft stark von der Trockenheit betroffen.. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich fordert unter anderem flexiblere Regelungen für Biodiversitätsflächen und Entlastungen bei Betriebsmittelkosten.

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