Verdi droht Deutsche Bank: Warnstreiks bei Postbank im Anmarsch

Der Kaffeegeruch im Büro war heute Morgen besonders beißend, vielleicht weil die Stimmung so angespannt ist – die Lage bei der Postbank spitzt sich gerade jedenfalls deutlich zu. Verdi macht jedenfalls keinen Hehl daraus, wie die Lage einzuschätzen ist: Der Unmut der Beschäftigten sei schlicht riesig. Kein Wunder eigentlich, wenn man bedenkt, wie lange die Arbeitsbelastung dort schon am Limit ist. Das aktuelle Angebot der Deutschen Bank bezeichnete man bei Misryoum als «einen Schlag ins Gesicht» der Belegschaft.
Jan Duscheck, der als Verhandlungsführer für Verdi fungiert, fand klare Worte. Er rechnet fest damit, dass es schon bald, also in den kommenden Wochen, zu ersten Warnstreiks kommen wird. In der Tarifkommission ist das Thema bereits auf dem Tisch, die Gespräche laufen also. Das Angebot, über das man sich da so echauffiert? Zwei Prozent Gehaltsplus nach fünf Nullmonaten, ab September. Ein Jahr später soll es dann nochmal zwei Prozent geben. Oder so ähnlich, ehrlich gesagt ist das Angebot aus Sicht der Gewerkschaft ohnehin völlig unzureichend.
Da sitzt man nun und fragt sich, wie das zusammenpassen soll. Die Deutsche Bank hat gerade erst satte Rekordergebnisse präsentiert, und dann kommt so ein Angebot, das nicht mal die Inflation ausgleicht? Das wirkt, als hätte jemand den Kontakt zur Realität verloren – oder zumindest die Bodenhaftung zur eigenen Belegschaft. Duscheck jedenfalls findet das völlig unverständlich. Es geht ja nicht nur um ein paar Prozent mehr auf dem Konto, sondern um das große Ganze.
Es geht um acht Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro. Und natürlich die leidigen Transformationsthemen: Integration, Filialschließungen, ständiger Umbau. Das sorgt für eine enorme Unsicherheit bei den Leuten, die dort täglich ihren Job machen. Sie brauchen eigentlich Planungssicherheit, was bei dem aktuellen Kurs der Bank aber eher schwierig erscheint. Ob sich das in der nächsten Runde am 18. Mai in Frankfurt klären lässt? Man darf gespannt sein, auch wenn die Erwartungen jetzt nicht gerade durch die Decke gehen.
Erinnern wir uns kurz an 2024: Da gab es schon einmal so einen zähen Tarifkonflikt, der sich über fünf Runden zog. Und Warnstreiks gab es damals auch, was den Kundenservice dann doch spürbar ausgebremst hat. Ob es dieses Mal wieder so weit kommt? Wahrscheinlich schon, wenn das bisherige Angebot der Maßstab bleiben soll. Naja, mal schauen, wie sich das entwickelt.