US-Blockade der Straße von Hormus hat offiziell begonnen

Es ist kurz nach 16 Uhr deutscher Zeit, als die Meldungen aus Washington eintreffen: Die Blockade der Straße von Hormus ist offiziell gestartet. Was lange angekündigt wurde, ist nun Realität. Ein Beamter bestätigte gegenüber Misryoum, dass das US-Regionalkommando Centcom seit Montagvormittag – also 10 Uhr US-Ostküstenzeit – gezielt eingreift. Es geht vor allem um Schiffe, die einen iranischen Hafen anlaufen oder dort ihre Reise begonnen haben. Das betrifft sowohl den Persischen Golf als auch den Golf von Oman. Während das Militär betont, andere Schiffe würden nicht behindert, liegt eine gewisse Spannung in der Luft, wenn man an die vielen Tanker denkt, die dort normalerweise Tag und Nacht ihre Bahnen ziehen.
Eigentlich wollte man diplomatische Wege finden, aber nach dem Scheitern der Gespräche in Islamabad hat Präsident Trump Tatsachen geschaffen. Mehr als 15 US-Kriegsschiffe stehen laut Informationen von Misryoum bereit, um den Einsatz abzusichern. Darunter ein Flugzeugträger und mehrere Zerstörer. Es riecht förmlich nach aufgewühltem Diesel und schwerem Stahl auf dem Wasser, wenn man sich die riesige Präsenz dort vorstellt. Einige dieser Einheiten könnten Handelsschiffe in bestimmte Zonen eskortieren, um sie dort schlichtweg festzuhalten. Experten – oder zumindest ehemalige Militärs, die Misryoum zitiert – vermuten, dass die Kriegsschiffe eher in sicherer Distanz vor der Meerenge operieren, um nicht direkt in eine Falle zu tappen.
Warum das alles? Es geht um Macht und Geld. Der Iran ist ein Riese im Ölgeschäft. Trump will Teheran nicht nur von den Einnahmen abschneiden, sondern auch verhindern, dass das Land Gebühren für die Durchfahrt verlangt. Eine „illegale Maut“, wie er es nennt. Niemand, der zahlt, bekommt freie Fahrt. Das ist die klare Ansage aus dem Weißen Haus. Und dann ist da noch die Sache mit den Minen, die der Iran dort ausgelegt haben soll – Trump hat bereits angekündigt, sie einfach zerstören zu lassen. Ob das so glatt läuft wie geplant, ist allerdings eine ganz andere Frage.
Seit dem 28. Februar, als die US-israelischen Angriffe begannen, war der Durchfluss fast komplett zum Erliegen gekommen. Die Energiepreise explodierten, was wiederum den Druck auf die US-Regierung massiv erhöhte. Man hatte sich zwar auf eine zweiwöchige Waffenruhe verständigt, aber die Öffnung der Meerenge war wohl die Bedingung, die Trump nie aus den Augen verloren hat.
Es bleibt ein riskantes Spiel. Wird der Iran reagieren? Oder wartet man erst mal ab? Es wirkt fast so, als hätten wir uns alle an diese ständigen Krisenmeldungen gewöhnt, obwohl die Lage eigentlich immer brenzliger wird — aber vielleicht ist das auch nur mein Eindruck. Am Ende geht es wohl vor allem darum, wer am längeren Hebel sitzt, wenn es um das Öl geht, das die Weltwirtschaft am Laufen hält. Die nächsten Stunden und Tage werden zeigen, wie weit die Blockade tatsächlich greift.