Trump über Iran bei WM: „Lassen wir sie spielen“

US-Präsident Trump lässt FIFA-Chef Infantino bei der Iran-WM-Teilnahme freie Hand. Infantino betont die Teilnahme und warnt vor Ausschluss-Debatten.
Ein überraschend entspannter Ton: US-Präsident Donald Trump hat sich zur Frage der Iran-Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft klar positioniert und dabei Gianni Infantino gewähren lassen.
Inmitten der politischen Spannung sagt Trump im Weißen Haus sinngemäß, er sehe keinen Grund, die Entscheidung zur Teilnahme an der WM zu blockieren.. „Lassen wir sie spielen“, erklärte er und bezog sich auf die Aussagen des FIFA-Chefs.. Der Fokus liegt damit auf der Frage, ob der Iran in dieser WM-Saison als Mannschaft auftreten kann.
Dass Trumps Haltung gleichzeitig an die Aussagen Infantinos anknüpft, ist politisch brisant, aber sportlich folgenreich. Gerade in Konfliktzeiten prägen solche Signale, wie ernst FIFA-Entscheidungen nach außen wirken.
Kurz zuvor hatte Infantino beim Kongress des Weltfußballverbands in Vancouver betont, dass der Iran bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko im Sommer teilnehmen werde.. „Ich habe keinen Zweifel“, sagte der FIFA-Chef.. Er stellte dabei die Rolle des Fußballs heraus und argumentierte, Fußball könne Menschen zusammenbringen.
Dabei nahm Infantino auch die Debatte über einen möglichen Ausschluss aus den Gesprächen. Für ihn sei ein Ausschluss keine Option, zumal es in der Weltlage ohnehin bereits viele Probleme gebe. Stattdessen setzte er auf die Idee, dass der Sport „Kraft“ und „Magie“ entwickeln könne.
Diese Haltung zeigt, wie stark der Fußball bei der FIFA versucht, politische Spannungen zu überbrücken. Ob das gelingt, entscheidet sich oft weniger auf dem Papier als in den letzten Tagen vor Turnierbeginn.
Auf dem Kongress selbst fehlten iranische Vertreter: Der iranische Fußballverband blieb der Veranstaltung fern.. Präsident Mehdi Tadsch soll laut Berichten bei der Einreise nach Kanada an der Grenze abgewiesen worden sein.. Auch bei der WM-Auslosung im Dezember 2025 war die Delegation aus Iran nicht anwesend.
Sportlich gibt es derweil einen Plan Richtung Turnier: Cheftrainer Amir Ghalenoei kündigte an, dass das Team zehn Tage vor dem Auftaktspiel am 15.. Juni nahe Los Angeles in die USA reisen will, nachdem zuvor ein Trainingslager in der Türkei absolviert werden soll.. Dort sind auch Vorbereitungsspiele vorgesehen.
Am Turnierstart trifft der Iran in der Gruppenphase unter anderem auf Belgien und Ägypten. Laut Infantino wird es bei der FIFA daher nicht um das Prinzip „ausschließen“ gehen, sondern darum, wie das Turnier trotz Spannungen organisiert werden kann.
Am Ende bleibt vor allem eines entscheidend: In einem Umfeld aus Krieg und diplomatischer Unsicherheit kann ein Turnier zur Bühne werden. Dass Trump den Ball bei Infantino „spielen lässt“, macht die nächsten Entscheidungen rund um den WM-Alltag umso wichtiger.