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Trainer-Pionierin Wittmann: Eta ist «einfach richtig gut»

Es ist ein Moment, der den deutschen Profifußball ein Stück weit verändert hat — oder vielleicht auch nicht, wenn man auf die Stimmen in den oberen Etagen hört. Sabrina Wittmann, die selbst Geschichte schrieb, als sie im Mai 2024 beim FC Ingolstadt das Ruder übernahm, blickt mit einer Mischung aus Zuversicht und Realismus auf Marie-Louise Eta. Dass Eta jetzt beim 1. FC Union Berlin übernimmt, nachdem Steffen Baumgart weg ist, das ist für Wittmann eigentlich nur die logische Konsequenz aus fachlicher Kompetenz.

Ich stand neulich noch an der Seitenlinie und dachte daran, wie viel Lärm um solche Personalien gemacht wird. Aber bei Eta? Da ist es anders. Wittmann beschreibt ihre Kollegin, mit der sie seit Jahren eng verbunden ist, fast schon nüchtern: „Louie ist nicht laut, sie macht einfach.“ Sie braucht kein Rampenlicht, sie ist, wie Wittmann sagt, einfach richtig gut. Und genau deshalb traue sie ihr den Job bei den Profis auch als Dauerlösung zu. Wenn es läuft, dann sollte es eben so bleiben.

Das Debüt gegen Wolfsburg steht nun an. Ein Samstagnachmittag, das Flutlicht wird an sein, der Rasen riecht nach frisch geschnittenem Gras und diesem typischen, fast schon elektrischen Druck, der in der Bundesliga herrscht. Es wird spannend zu sehen, wie sie das löst. Wittmann jedenfalls freut sich, dass bei Union scheinbar mehr auf Qualität geschaut wird als auf das Geschlecht. „Ich freue mich, dass es noch einen weiteren Club gibt, der so denkt“, betont sie.

Doch da ist noch die Sache mit Dirk Zingler. Der Präsident von Union Berlin hat die Erwartungen an eine langfristige Zusammenarbeit mal eben schnell gedämpft. „Fünf Spiele, dann geht sie zu den Frauen“, so in etwa lautete die Botschaft. Zingler will die Diskussion über eine Verlängerung offenbar gar nicht erst aufkommen lassen, er nennt es einen Bärendienst für alle Beteiligten. Wenn sie gut ist, bleibt sie, wenn nicht, dann eben nicht – diese logische Verknüpfung lehnt er ab. Oder vielleicht will er nur den Druck von ihr nehmen? Man weiß es nicht genau.

Es ist ein seltsames Hin und Her zwischen der fachlichen Anerkennung durch Kolleginnen wie Wittmann und der klaren, fast schon bürokratischen Grenze, die von Vereinsseite gezogen wird. Man wird sehen, ob fünf Spiele reichen, um die Welt oder zumindest den Verein von etwas zu überzeugen, das bisher kaum jemand für möglich hielt. Vielleicht kommt am Ende alles ganz anders, als die Verantwortlichen sich das jetzt noch zurechtlegen. Wir werden es sehen.

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