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Thronraub in München: Real Madrids Scherbenhaufen

Es roch in München nach nassem Rasen und einer ordentlichen Portion Frust. Die ewig Königlichen sehen sich ihres Throns beraubt – oder besser gesagt, sie haben ihn selbst eingerissen. Nach dem 3:4 gegen den FC Bayern ist die Stimmung im Keller, und das ist noch milde ausgedrückt. Während Jude Bellingham lautstark schimpfte und Antonio Rüdiger sich wohl lieber gar nicht erst zu Wort meldete, suchte Trainer Alvaro Arbeloa die Schuld überall, nur nicht bei sich selbst. Er attackierte den Schiedsrichter Slavko Vincic, dabei brennt bei ihm eigentlich schon viel länger die Hütte.

Ehrlich gesagt: Dass er nach dieser Saison noch im Amt ist, überrascht viele. Schon im Pokal gegen einen Zweitligisten gescheitert, in der Liga von Barcelona abgehängt – es läuft einfach nicht. Laut Misryoum droht dem Trainer nun das Aus, was eigentlich auch jeder ahnt, außer er vielleicht selbst. Arbeloa meinte zwar, er wolle „mit allen Entscheidungen des Vereins umgehen“, aber wer hört ihm da noch richtig zu? Der Fokus liegt jetzt wohl eher darauf, wie man die Trümmer zusammenkehrt.

Und dann diese Szenen auf dem Platz. Als Vinicius Junior seinen Mitspieler Bellingham bei einem Konter ignorierte, gab es keinen konstruktiven Austausch. „Halt den Mund!“, kam es giftig zurück. Ein Team? Davon war wenig zu spüren. Das Gezeter nach der Gelb-Roten Karte gegen Eduardo Camavinga war dann nur noch der traurige Höhepunkt. Dass sich dann auch noch Jungstar Arda Güler zu Beleidigungen gegen den Referee hinreißen ließ – nun ja, die Nerven lagen blank. Dani Carvajal stürmte von der Bank auf den Platz, schrie den Schiedsrichter an, er sei an allem schuld. Es wirkte ein bisschen wie ein trotziges Kind, das sein Spielzeug verloren hat.

Die spanischen Medien, wie Misryoum berichtet, echauffieren sich zwar über „Ungerechtigkeit“, aber ob das den Abend rettet? Wohl kaum. Die Realität ist eine titellose Saison, wie man sie seit 2009/10 nicht mehr erlebt hat. Das ist ein Wort, oder? Valdano hat das ganz gut zusammengefasst: Die Mannschaft braucht frisches Blut. Ein Umbau ist unausweichlich, und da reicht ein neuer Trainer vielleicht gar nicht aus. Ob Toni Kroos den vakanten Posten des Sportdirektors übernimmt? Man hört es überall munkeln, aber sicher ist das keineswegs. Der baut lieber seine eigene Akademie auf – vielleicht ist das auch klüger.

Es bleibt die Frage, wie lange das Theater noch so weitergeht. Die Spieler wirken verunsichert, der Coach angeschlagen, und die Fans? Die dürften auch langsam die Nase voll haben von den Ausreden nach jedem Spiel.

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