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St. Pölten: Überraschender Maibaum-Diebstahl zum Landesjubiläum

Zum 40-jährigen Jubiläum der Landeshauptstadt St. Pölten wurde der Maibaum vor dem Landhaus gestohlen. Trotz des Verlustes nimmt es die Politik mit Humor.

Ein historisches Jubiläum endet für den Maibaum vor dem St. Pöltner Landhaus abrupt: Er wurde von Unbekannten gefällt.

Es ist das Jahr der Feierlichkeiten, denn St. Pölten begeht das 40-jährige Jubiläum als Landeshauptstadt von Niederösterreich. Inmitten dieser Stimmung sorgt nun ein ungewöhnlicher Vorfall für Aufsehen: Der Maibaum-Diebstahl am Landhaus.

Der rund 25 Meter hohe Fichtenstamm aus Asperhofen war erst kürzlich im Rahmen eines feierlichen Aktes aufgestellt worden.. Dass gerade in einem solch bedeutsamen Jahr ein solch tiefer Eingriff in die festliche Dekoration stattfindet, überrascht viele Beobachter, ist aber in der Welt des Brauchtums nicht völlig beispiellos.

Diese Form des „Maibaum-Stehlens“ verdeutlicht, wie tief verwurzelt das Brauchtum in der Region ist, da sie das Spannungsfeld zwischen traditioneller Pflege und lebendiger Auslegung unterstreicht.

Eigentlich obliegt die Bewachung des Baumes der jeweiligen Spendergemeinde. In diesem Fall hatten die Verantwortlichen aus Asperhofen jedoch gegen die geschickten „Maibaum-Diebe“ das Nachsehen, die ihre Gelegenheit erfolgreich nutzten.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner reagierte auf den Verlust des Baumes überraschend gelassen und mit einer Prise Humor. Sie bezeichnete den nächtlichen Vorfall als eine typische, wenngleich unerwartete Wendung, die den ausgeprägten Traditionsbewusstsein der Niederösterreicher widerspiegele.

Trotz des Verschwindens des Baumes sparte Mikl-Leitner nicht mit Lob für die Spender aus Asperhofen. Sie hob das mustergültige Aufstellen hervor und versicherte, dass die Bewachung bei einem künftigen Versuch sicher mit mehr Erfolg gekrönt sein werde.

In einer offiziellen Stellungnahme gab sie zudem einen zuversichtlichen Ausblick auf die kommenden Jahre. Die Tradition werde fortgesetzt, und für 2027 dürfe man bereits mit einem neuen Maibaum am Landhaus rechnen.

Die humorvolle Reaktion der Landespolitik zeigt, dass das Brauchtum trotz des Ärgernisses als lebendiges und verbindendes Element im gesellschaftlichen Diskurs geschätzt wird.