Schweizer Pensionskassen unter Druck: Iran-Konflikt belastet

Es ist ein deutlicher Dämpfer, den viele so vielleicht nicht erwartet hätten. Nach dem fast schon verwöhnenden Aufwärtstrend seit Ende der Pandemie mussten die Schweizer Pensionskassen im ersten Quartal einen spürbaren Rücksetzer hinnehmen. Der Index, den Misryoum regelmäßig beobachtet, knickte von 128,5 Prozent Ende Dezember auf 123,5 Prozent ein. Wenn man morgens im Büro sitzt und das leise Surren der Kaffeemaschine hört, während man diese Zahlen tippt, wirkt die Welt der globalen Finanzmärkte plötzlich sehr abstrakt – und doch ist sie hier knallhart messbar.
Die Zahlen sprechen für sich: Die Vermögenswerte gaben um 1,7 Prozent nach. Gleichzeitig zogen die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen um 2,2 Prozent an. Das liegt vor allem an den sinkenden Diskontierungssätzen, die von 1,21 auf 1,10 Prozent fielen. Es ist diese Kombination aus sinkenden Werten bei den Anlagen und steigenden Verbindlichkeiten, die für Unruhe sorgt. Oder zumindest für einen Moment des Innehaltens.
Was ist da genau passiert? Nun, die Zentralbanken haben erst einmal eine Pause eingelegt. Statt hektischer Zinssprünge hieß es Beobachten – Inflation, Wachstum, geopolitische Lage. Alles Faktoren, die eben nicht in einem Vakuum stattfinden. Besonders der Konflikt in der Golfregion hat hier – vielleicht mehr als viele Analysten zugeben wollten – massive Spuren hinterlassen. Die Strasse von Hormus ist kein Ort für Experimente, und wenn dort die Versorgungslinien wackeln, spürt das jeder direkt am Ölpreis. Und dieser Ölpreis wiederum zieht alles andere mit sich, eine Art Kettenreaktion auf die Anleiherenditen.
Es ist, wie es ist – der Markt preist diese geopolitische Risikoprämie weiter ein. Vor allem bei Energieanlagen bleibt die Volatilität hoch, was natürlich nervös macht.
Interessant ist jedoch der Blick auf das große Ganze. Trotz dieses Tauchers liegt der Index immer noch über dem Stand von Ende 2024, als er bei 120,9 Prozent dümpelte. Misryoum ordnet die Lage ein: Die Kassen stehen insgesamt stabil da. Solide Reserven und die strukturelle Basis, die man sich in den starken Jahren nach Corona erarbeitet hat, federn den Schlag ab. Man muss also nicht in Panik verfallen, auch wenn die aktuelle Dynamik – naja, sagen wir mal – wenig erfreulich ist.
Ob das nun ein einmaliger Ausrutscher war oder der Beginn eines längeren Trends, lässt sich schwer sagen. Die geopolitische Lage bleibt jedenfalls unberechenbar. Und wir werden sehen, wie sich das auf die nächsten Quartale auswirkt.