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Schweizer Börsen atmen auf: Hoffnung im Iran-Konflikt stützt Kurse

Es ist die siebte Woche, in der der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran die Welt in Atem hält. Draußen auf dem Parkett hört man heute Vormittag fast schon so etwas wie Erleichterung – das leise Klicken der Computer-Tastaturen wirkt weniger gehetzt als noch vor ein paar Tagen. Trotz des Scheiterns einer ersten Verhandlungsrunde am Wochenende ist bei den Anlegern zuletzt wieder Optimismus zurückgekehrt. Das liegt vor allem an den Aussagen von Donald Trump, wonach Teheran wieder gesprächsbereit sei. Oder zumindest so wirken soll.

Misryoum berichtet, dass die USA gleichzeitig durch die Blockade der Strasse von Hormus den Druck massiv erhöhen. Das soll das wichtigste Druckmittel des Irans schwächen, eine klassische Machtdemonstration also. Aber der Weg zur Deeskalation ist natürlich holprig – eigentlich ein Wunder, dass sich die Kurse überhaupt halten. Dennoch besteht bei beiden Seiten wohl ein Interesse an einer Lösung, was das gefürchtete «Worst-Case-Szenario» einer länger anhaltenden Schliessung der Meerenge vielleicht abwendet. Vielleicht auch nicht, aber der Markt klammert sich an jeden Strohhalm.

Der Ölpreis pendelt derweil um die 99 Dollar für ein Barrel Brent. Er ist zwar immer noch hoch, aber eben nicht mehr so extrem wie noch im März, was ein bisschen Ruhe in die Inflationssorgen bringt. Ein kleines Aufatmen, wenn man so will.

Am Dienstag dreht sich nun fast alles um die US-Konjunkturdaten. Besonders die Erzeugerpreise für März stehen unter Beobachtung, während JPMorgan und Citigroup ihre Bücher öffnen. Nachdem Goldman Sachs gestern solide Zahlen lieferte, herrscht bei den Anlegern eine Art verhaltener Mut. Der SMI gewinnt gegen 11.00 Uhr 0,78 Prozent auf 13’248,50 Punkte. Überhaupt, die Stimmung ist eigentlich überraschend stabil.

Von den 20-SMI-Titeln können fast alle zulegen. Swiss Re bildet hier die Ausnahme, allerdings nur, weil die Papiere Ex-Dividende handeln – also kein Grund zur Panik. Ganz anders Sika: Das Unternehmen glänzt mit Quartalszahlen, die besser waren als erwartet, und schiesst um 9,0 Prozent nach oben. Auch Givaudan erfreut die Anleger mit starkem organischem Wachstum.

In der zweiten Reihe sorgen vor allem Tech-Werte wie Comet für gute Stimmung. Die Quartalszahlen überzeugen, und das zieht Sensirion und Inficon direkt mit nach oben. Bei Polypeptide ist ebenfalls Bewegung drin – strategische Optionen werden geprüft, was immer für Fantasie bei Investoren sorgt. Ob das alles nachhaltig ist? Schwierig zu sagen in diesen Zeiten, aber für den Moment überwiegt das Vertrauen in die Zahlenreihen der Unternehmen. Mal sehen, wie der Nachmittag so wird.