Germany News

Schulze setzt auf Sichtbarkeit: Kampf gegen die AfD in Sachsen-Anhalt

Schulze nutzt öffentliche Auftritte, Gespräche und Präsenz, um in Sachsen-Anhalt die AfD zurückzudrängen und ein anderes Wahlszenario zu verhindern.

Ein Ministerpräsident steht und fällt nicht nur mit Projekten, sondern auch mit dem Gefühl, dass er da ist: Sven Schulze versucht in Sachsen-Anhalt genau das gerade mit großer Konsequenz.

Seit rund 100 Tagen im Amt beschreibt der CDU-Politiker seinen Anspruch vor allem über eines: sichtbar werden.. Der Tagesablauf beginnt früh, Gespräche folgen oft später am Tag, und dazwischen steht der Versuch, Menschen nicht nur politisch, sondern auch persönlich zu erreichen.. Ziel sei, dass die Menschen ihn wahrnehmen und am 6.. September nicht der AfD den Vorzug geben.. Für Schulze ist das Duell damit klar auch eines um Aufmerksamkeit und Vertrauen.

Der Blick nach außen ist dabei kein Selbstzweck: In einer Phase, in der Parteien mit Konfrontation und Mobilisierung arbeiten, kann Nähe im Alltag den Unterschied machen.

Gegenüber der AfD setzt Schulze auf ein eigenes Narrativ.. Während die Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund in Umfragen deutlich vorankomme und landesweit viele Bürgerdialoge und Feste organisiert, versucht Schulze, das politische Bild des Landes aktiv zu prägen.. Er warnt dabei vor einem isolierenden Szenario und stellt heraus, Sachsen-Anhalt dürfe innerhalb Deutschlands keine abgeschottete Insel werden.

Gleichzeitig betont Schulze immer wieder, dass er sich nicht darauf beschränken will, nur gut im Rampenlicht zu wirken.. Seine Linie: Arbeit als Ministerpräsident, nicht bloß der Dauerauftritt.. Dazu gehört auch, wie er sich selbst inszeniert, etwa mit Bodenständigkeit und dem Verweis auf seine Familiengeschichte sowie Erfahrungen aus der Wendezeit.

Gerade in Wahlkampfphasen wirkt das wie ein Kontrastprogramm: Wer sich nur inszeniert, läuft Gefahr, unglaubwürdig zu werden, wer sichtbar bleibt und zugleich konkrete Aufgaben betont, kann eher Vertrauen aufbauen.

In den ersten Monaten verweist Schulze zudem auf wirtschaftspolitische Erfolge.. Für das insolvente Chemiewerk von Domo in Leuna sei eine Lösung organisiert worden, außerdem seien Investitionen in den Agro-Chemie Park Piesteritz in Lutherstadt Wittenberg angezogen worden.. Damit versucht er, das Bild des „Krisenmanagers“ zu untermauern, den er für sich selbst reklamieren will.

Auch die Art, wie er den politischen Alltag organisiert, spielt in dieses Bild hinein: Schulze unterschreibt Urkunden persönlich und will dabei offenbar früh mit Gratulationen starten.. Dazu kommen Schritte, die sein Auftreten insgesamt moderner machen sollen, etwa kurze Videoclips und mehr Interaktion im Netz.. Gleichzeitig setzt er auf Besuche, Gespräche und Termine, die unterschiedliche Gruppen erreichen sollen.

Am Ende entscheidet sich vieles an der Frage, wie überzeugend ein Regierungschef wirkt, wenn die Gegenseite Mobilisierung auf der Straße und in der Öffentlichkeit betreibt. Sichtbarkeit ist dabei nicht nur Marketing, sondern wird zur Währung im Wettbewerb um Zustimmung.

Trotz aller Nähe bleibt Schulze nach dem Eindruck in dem Material auch konfliktbereit.. Als er vor Streit in der Bundesregierung und einer „Ampel 2.0“ warnte, wurde dies in den Reaktionen parteiintern offenbar deutlich.. Zugleich sagt er, er brauche eine starke Stimme in Berlin, weil seine Worte dort inzwischen mehr Gewicht hätten.

Ob das reicht, um die Wahl am 6. September zu gewinnen, ist offen. Schulze beschreibt jedenfalls den Anspruch als zweigeteilt: Sachsen-Anhalt weiter regieren und gleichzeitig den Anschluss in Deutschland nicht verlieren.

Secret Link