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Aufgemöbelt: Neue Optik für alte Stücke

Sabrina Ferner aus Tamsweg revitalisiert Möbel im Vintage-Stil und macht aus dunklem Holz wieder Hingucker.

Altes, dunkles Holz ist für sie längst nicht mehr das letzte Wort: Sabrina Ferner verwandelt Möbel in neue Unikate.

Die gelernte Maler- und Beschichtungstechnikerin aus Tamsweg setzt dabei bewusst auf Aufgemöbelt statt „Möbel von der Stange“.. Ihr Fokus liegt auf Einzelstücken, die selbst gestaltet oder auf Kundenwünsche hin angepasst werden.. Ursprünglich begann sie das Verschönern als Hobby, doch die Nachfrage wuchs schnell.

Über den Reiz des Handwerks hinaus zeigt sich hier ein Trend, der mehr nach Lebensgefühl als nach Massenware klingt: Wer Teile aus dem eigenen Haushalt schätzt, gibt ihnen einen zweiten Auftritt.

Mit dem Platzproblem zu Hause vor Augen und weil die Resonanz in ihrem Umfeld deutlich wurde, wagte Ferner 2022 den Schritt in die Selbstständigkeit.. Ein Jahr später gründete sie dafür die Firma Vintage Kabinett.. Dabei deckt sie zwei Bereiche ab: Möbel-Revitalisierung sowie Innenmalerei, bei der sie Wände etwa mit Tapeten- oder Spachteltechniken gestaltet.

Für neue Projekte durchforstet sie eigene Ideen, stöbert im Internet nach passenden Ausgangsstücken oder bekommt Möbel angeboten, die nicht mehr gefallen.. „Altes, dunkles Holz mag heute fast keiner mehr“, sagt Ferner.. Viele Kunden kommen mit einem klaren Auftrag: Das Objekt soll schöner werden, ohne dass dabei der Charakter komplett verloren geht.

In dieser Kombination liegt die Stärke der Werkstatt: Reparieren ist nicht das Thema, sondern eine Gestaltung, die Stil und Alltag zusammenbringt.

Technisch arbeitet Ferner vor allem mit Kreidefarbe, die laut ihren Angaben „fast überall“ haftet.. Staubige Schleifarbeiten hält sie dabei bewusst gering.. Nur wenn Vollholzmöbel eine natürliche Optik behalten sollen, wird mehr geschliffen und gegraut.. Je nach Wunsch kommen außerdem Decoupage- und Seidenpapiere, Tapeten, Schablonen, Öle und Pasten zum Einsatz.

Besonders prägend sind dabei Verfahren, die Oberfläche und Wirkung verändern: Schablonen können mit unterschiedlichen Farbakzenten oder mit Strukturpaste aufgespachtelt werden, Strukturpulver sorgt für zusätzliche Textur.. Bei Transfers werden Bilder und Fotos als hauchdünne Schicht aufgetragen.. Zum Abschluss werden die Möbel je nach Effekt mit Lack oder Wachsen versiegelt, damit der Vintage-Charakter erhalten bleibt.

Das ist relevant, weil das Ergebnis dadurch nicht nur „bunt“ wirkt, sondern wie ein durchdachtes Stück, das sich in bestehende Räume einfügt.

Ferner bringt sich die Techniken selbst bei und entwickelt sie stetig weiter. Anregungen findet sie auch in sozialen Medien, wo sie sich Ideen aus anderen Ländern holt. Ihr Anspruch lautet dabei, dass echtes Handwerk sichtbar bleibt.

Auch bei der Auswahl der Objekte zeigt sich eine klare Vorliebe: Kommoden werden besonders häufig aufgepeppt.. Pastellige, gedeckte Farben dominieren in ihren Arbeiten, während knallige Töne für sie eher weniger gefragt sind.. Komplette Sets gibt es zwar manchmal als Ausnahme, ansonsten entstehen einzelne Unikate: „Jedes Stück gibt es nur ein Mal.“

Am Ende wird damit aus einem „nicht mehr passenden“ Möbelstück etwas, das wieder einen Platz bekommt und den eigenen Stil unterstreicht.

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