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Ölpreise steigen wegen Nahost-Spannungen: Hormus bleibt blockiert

Brent und WTI ziehen an: Die Blockade an der Straße von Hormus bremst den Rohölhandel weiter – trotz gescheiterter Gespräche zwischen USA und Iran.

Die Ölpreise haben am Morgen erneut zugelegt, weil die Lage im Nahen Osten die Rohstoffmärkte verunsichert.

Konkret stieg der Preis für ein Fass der Nordseeöl-Sorte Brent zur Lieferung im Juni um mehr als 2 Prozent auf 107,60 Dollar.. Auch West Texas Intermediate (WTI) legte um fast 2 Prozent zu und wurde mit 96,25 Dollar je Barrel notiert.. Für Marktteilnehmer zählt dabei vor allem ein Faktor: die Straße von Hormus.

Dort ist der Transport von Rohöl derzeit spürbar beeinträchtigt.. Rund drei Wochen nach der zwischen den USA und dem Iran ausgerufenen Waffenruhe ist die Passage weiterhin von einer doppelten Blockade betroffen.. Die Folge: Der Verkehr in einer Strecke, die für den globalen Handel zentral ist, kommt faktisch zum Erliegen.. Normalerweise werden über Hormus etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls transportiert – bei ausbleibenden Transitströmen steigt der Preisdruck.

Hintergrund der erneuten Anspannung bleibt der Stillstand in der Diplomatie.. Versuche, Gespräche wieder aufzunehmen, die Anfang April in der pakistanischen Hauptstadt begonnen hatten, scheiterten bislang am harten Kurs beider Seiten.. Washington und Teheran konnten sich offenbar nicht auf tragfähige Schritte zur Entspannung verständigen.. Währenddessen setzt der Iran die Bemühungen in Richtung Russland fort, um Unterstützung im Konflikt mit den USA zu gewinnen.

Auch auf US-Seite gab es zuletzt kaum Bewegung: Nach der Absage einer Mission von Gesandten des US-Präsidenten blieb das Vorgehen zunächst aus.. Gleichzeitig vermeldete Misryoum, dass ein neuer Vorschlag Irans an die USA zur Wiederöffnung der Straße von Hormus im Raum steht.. Ob daraus tatsächlich Verhandlungen werden, ist offen – die Preisreaktion zeigt aber, dass selbst mögliche Dynamik an den Märkten als Risiko und Chance zugleich interpretiert wird.

Warum die Preise bei Hormus so schnell reagieren

Für Verbraucher macht sich das indirekt bemerkbar: Verteuerte Rohöl-Komponenten können den Weg in weitere Preisstufen finden, etwa bei Kraftstoffen oder in der Energie- und Transportkette.. Besonders in einer Phase, in der Unternehmen ohnehin mit schwankenden Kosten kalkulieren, verstärkt ein geopolitischer Schock die Unsicherheit.. Misryoum beschreibt die Lage daher weniger als abstraktes geopolitisches Ereignis, sondern als reale Bremse für Planbarkeit.

Gespräche stocken – der Markt sucht trotzdem Auswege

Für die nächsten Tage wird daher entscheidend sein, ob aus dem iranischen Vorschlag konkrete Schritte entstehen.. Der Terminmarkt reagiert zwar auf Erwartungen, braucht aber am Ende handfeste Fortschritte.. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie stark sich beide Seiten auf Verhandlungen einstellen, nachdem frühere Versuche zur Wiederaufnahme bislang gescheitert sind.

Was jetzt wahrscheinlich ist

Mittelfristig kann sich das Bild ändern, sobald der Verkehr wieder anläuft oder zumindest verlässliche Rahmenbedingungen entstehen.. Bis dahin bleibt der Preisdruck ein Spiegel der geopolitischen Unsicherheit – und der Markt wird jede Andeutung über eine mögliche Öffnung der Strecke mit Bewegung honorieren.