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Fischerei an der Nordsee: Große Nachfrage nach Abwrackprogramm

Das neue Abwrackprogramm für Nordseekutter stößt auf enormes Interesse, da immer mehr Küstenfischer ihre Existenz aufgeben wollen.

Die deutschen Küstenfischer stehen vor einem tiefgreifenden Wandel, da immer mehr Betreiber ihre Kutter aufgeben möchten.. Dies zeigt sich deutlich in der hohen Nachfrage nach dem staatlichen Abwrackprogramm, für das bereits in der ersten Förderrunde deutlich mehr Anträge eingegangen sind, als Mittel zur Verfügung stehen.

Die zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bestätigte, dass bis Ende März 48 Anträge registriert wurden. Da die Flut an Anfragen das Budget des ersten Abschnitts übersteigt, können nicht alle Interessenten sofort berücksichtigt werden.

Diese Entwicklung verdeutlicht den enormen wirtschaftlichen Druck, unter dem die traditionelle Fischerei an der Nordsee steht, da die Perspektiven für kleine Betriebe zunehmend schwinden.

Das von der Bundesregierung initiierte Programm zielt darauf ab, die Kutterflotte an der Nordseeküste um rund 30 Prozent zu verkleinern.. Mit einem Budget von 20 Millionen Euro sollen gezielt 15 Millionen in die Krabbenfischerei und fünf Millionen in die Plattfischfischerei fließen, um das Angebot an die schrumpfenden Fangmöglichkeiten anzupassen.

Die Fischer beklagen seit geraumer Zeit, dass der Raum für ihre Arbeit durch die Ausweitung von Meeresschutzgebieten und den Bau von Offshore-Windparks massiv beschnitten wird.. Zudem sind viele der noch in Betrieb befindlichen Kutter in einem überalterten Zustand, was den wirtschaftlichen Betrieb zusätzlich erschwert.

Für viele Inhaber bietet die staatliche Prämie den einzigen Ausweg aus einer Branche, die kaum noch an die nächste Generation übergeben werden kann. Da ein Verkauf des Schiffes am freien Markt oft nicht mehr möglich ist, ermöglicht das Programm einen geordneten Ausstieg aus dem Beruf.

Die Behörde rechnet damit, dass sich die Anzahl der aktiven Schiffe noch in diesem Jahr deutlich reduzieren wird. Nach der aktuellen Prüfung sollen in der ersten Phase etwa 14 bis 16 Krabbenkutter sowie zwei Plattfischfänger stillgelegt und anschließend abgewrackt werden.

Die genaue Höhe der individuellen Förderung berechnet sich dabei nach dem Alter und der Größe des jeweiligen Schiffes. Für Fischer, die in der ersten Runde leer ausgingen, besteht die Möglichkeit, ihre Anträge in den zwei noch ausstehenden Förderrunden erneut einzureichen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich diese erzwungene Konsolidierung langfristig auf die Küstenorte auswirken wird, in denen der Kutterfang seit Jahrzehnten das Bild prägt.

Der massive Rückzug aus der Branche ist ein deutliches Signal dafür, dass die wirtschaftliche Grundlage der Küstenfischerei unter den aktuellen Bedingungen für viele Betriebe nicht mehr tragfähig ist.

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