Mutmaßlicher Fahrer als Zeuge im Block-Entführungsprozess: Wird er nach Hamburg kommen?

Im Prozess um die Block-Entführung steht am Montag ein weiterer mutmaßlicher Entführer als Zeuge vor dem Landgericht Hamburg. Wegen des Iran-Kriegs verzögert sich die Anreise—Video bleibt Option.
Hamburg – Am Landgericht Hamburg werden am Montag erneut zentrale Details im Block-Entführungsprozess verhandelt. Im Mittelpunkt steht die Aussage eines mutmaßlichen Entführers.
Mutmaßlicher Fahrer soll an diesem Montag aussagen
Mehrere der mutmaßlichen Beschuldigten hatten sich laut Kammer mitten im laufenden Prozess gemeldet und erhielten für ihre Zeugenaussage sicheres Geleit.. Auch sie müssen allerdings zu einem späteren Zeitpunkt mit einer eigenen Anklage und einem weiteren Verfahren rechnen.. Wegen des Iran-Kriegs konnten die vier in den vergangenen Wochen jedoch nicht nach Hamburg reisen – eine Hürde, die nun offenbar kurzfristig noch geklärt werden muss.
Für das Verfahren ist das Timing nicht nebensächlich.. Zeugen, die sich bereits angekündigt haben, helfen dabei, eine oft schwierig zu rekonstruierende Ablauflogik zu belegen: Wer hat wann welche Rolle übernommen, und wie sind die Übergaben und Bewegungen der Kinder nach den Vorwürfen tatsächlich gelaufen?. Genau daran dürfte sich die Spannung der Verhandlung an diesem Tag entzünden.
Christina Block bestreitet die Vorwürfe, Partner steht ebenfalls vor Gericht
Block beteuert ihre Unschuld. Ihr Lebensgefährte Gerhard Delling (67) ist wegen Beihilfe angeklagt. Der frühere Sportmoderator hat erklärt, er habe nichts Unrechtes getan. Insgesamt gibt es fünf weitere Angeklagte in dem Verfahren.
Auffällig ist dabei: Im Prozess wird nicht nur über die Tatvorwürfe gesprochen, sondern auch über das Umfeld, in dem die Entscheidungen gefallen sein sollen.. Solche Konstellationen drehen sich häufig um den Kern eines Sorgerechtsstreits: Welche Zustimmung lag vor, welche Vereinbarungen wurden getroffen – und warum soll es trotzdem zu einer gewaltsamen Entziehung gekommen sein?
Für die Öffentlichkeit steht dabei meist das Schlagwort „Entführung“ im Raum. Für die Beteiligten geht es aber in erster Linie um konkrete Auswirkungen auf das Alltagsleben der Kinder, um Kontakte, Sicherheit und um die Frage, wie belastend ein Streit über Jahre hinweg werden kann.
Weitere Zeugen, weitere Beschuldigte: Wer spricht wann?. Bereits befragt wurde dem Text zufolge der mutmaßliche Chef der Sicherheitsfirma, die für die gewaltsame Rückholung verantwortlich sein soll.. Auch eine Frau, die sich in Hamburg „Olga“ nannte und dort eine enge Vertraute von Christina Block gewesen sein soll, möchte aussagen.. Zudem soll ein weiterer beschuldigter Israeli aus dem Team auf dem Zeugenstuhl Platz nehmen.
Damit entsteht im Prozess ein Bild aus mehreren Blickwinkeln: Neben denen, die sich als Teil eines Teams oder als Führungsperson beschreiben lassen, sollen nun auch Personen zu Wort kommen, die offenbar direkt im Ablauf präsent gewesen sind.. Gerade die Rollenbeschreibung – etwa ob jemand als Fahrer tätig war – kann sich in der Beweisführung als entscheidend erweisen, weil sie den Weg von einem Ort zum anderen nachvollziehbarer macht.
Ein gesichertes Geleit erhalten vor allem diejenigen, die als Zeugen auftreten.. Gleichzeitig bleibt die Lage für sie nicht „entschärft“: Später könnten sie dennoch angeklagt werden.. Das ist für die Verteidigung und die Kammer ein heikler Balanceakt – denn Aussagen unter Schutz können dennoch spätere Verfahren beeinflussen.
Untersuchungshaft auf Zypern: Ein Beschuldigter hat sich eingelassen
Block und ihr Ex-Mann Stephan Hensel haben vier gemeinsame Kinder.. Die älteste Tochter war nach einem Streit im Sommer 2021 mit Zustimmung der Mutter nach Dänemark gezogen.. Wenige Wochen später soll Hensel die beiden jüngsten Kinder nicht wie vereinbart nach einem Wochenendbesuch nach Hamburg zurückgebracht haben.. Er habe Gewaltvorwürfe erhoben, die Block als unwahr bezeichnet.
Block dagegen beschreibt Hensel als jemanden, der die Kinder manipuliert habe. Seit Jahren habe sie so gut wie keinen Kontakt mehr zu den drei Kindern in Dänemark. Die zweitälteste Tochter blieb bei Block in Hamburg.
Dass der Prozess nun mit zusätzlichen Zeugenaussagen weitergeht, wirkt wie ein Versuch, die Ereigniskette schrittweise zu verdichten.. Für die Betroffenen bedeutet das: Noch während juristische Abläufe ihren Gang nehmen, bleibt die emotionale Dauerbelastung bestehen – gerade dann, wenn Jahre zwischen Streit und endgültiger Aufklärung liegen.