Holpriger Start ins neue Jahr für deutsche Autobauer

Das Jahr 2024 hat für die deutschen Autobauer alles andere als rund begonnen. Wenn man sich die nackten Zahlen ansieht, die Misryoum vorliegen, zeichnet sich ein deutliches Bild ab: Überall gibt es rote Zahlen. Das liegt vor allem an der schwächelnden Nachfrage in China, manchmal auch in den USA, obwohl der europäische Markt zumindest ein wenig glänzen konnte. Es ist fast ein bisschen ironisch, wie sehr sich die Branche in Europa stabilisiert, während es anderswo einfach nicht laufen will.
BMW kam insgesamt noch am besten weg, wenn man das so sagen darf. Die Münchner lieferten weltweit gut 565.000 Fahrzeuge aus – inklusive Mini und Rolls-Royce. Das sind zwar 3,5 Prozent weniger als noch vor einem Jahr, aber im Vergleich zum Rest der Riege ist das irgendwie moderat. Man hört das Ticken der Uhr im Büro, während man die Tabellen vergleicht; das Geschäft ist zäh. VW, Audi, Mercedes und Porsche mussten allesamt stärkere Dämpfer hinnehmen.
Besonders bitter ist der Blick auf die Elektrosparte bei BMW. Dort sackte der Absatz nämlich um satte 20 Prozent auf etwa 87.500 Fahrzeuge ab. Interessant dabei: Die sogenannte Neue Klasse scheint schon ihre Schatten vorauszuwerfen, auch wenn man auf der Straße noch kaum etwas sieht. Vertriebsvorstand Jochen Goller redet von über 50.000 Auftragseingängen, was die Hoffnung wohl irgendwie am Leben halten soll. Ob das den Rückgang kurzfristig ausbügeln kann? Vielleicht – oder vielleicht auch nicht, mal schauen.
Der VW-Konzern betont unterdessen, dass man den weltweiten Marktanteil trotz eines Minus von 4 Prozent bei den Auslieferungen relativ stabil halten konnte. In China hat Wolfsburg ordentlich Federn gelassen – fast 15 Prozent weniger Auslieferungen sind schon ein Wort, besonders weil der dortige Markt ohnehin unter Druck steht. Und dann ist da noch der US-Markt mit dem ganzen Zoll-Theater, was bei VW zu einem Rückgang von über 13 Prozent geführt hat. In Europa hingegen sieht die Welt ganz anders aus, da ging es bei VW sogar leicht bergauf. Ein seltsames Hin und Her zwischen den Kontinenten.
Bei Mercedes-Benz sieht es ähnlich aus, wobei die Stuttgarter in den USA entgegen dem Trend sogar zulegen konnten – immerhin 20 Prozent Plus. China hingegen hat das Gesamtergebnis komplett verhagelt, dort brach der Pkw-Absatz um 27 Prozent ein. Ohne den chinesischen Markt, so heißt es bei Misryoum, wäre Mercedes weltweit sogar im Plus gelandet.
Es ist diese ständige Abhängigkeit vom chinesischen Konsumenten, die einem bei der Analyse der Quartalszahlen immer wieder ins Auge springt. Die deutschen Autobauer wirken derzeit ein wenig wie Getriebene – mal läuft es hier, mal dort, aber selten überall gleichzeitig. Ob sich das in den nächsten Monaten bessert oder ob man sich auf eine längere Durststrecke einstellen muss, bleibt abzuwarten. Die Prognosen sind da eher vorsichtig gehalten, und wer will es ihnen verdenken?