Handball-EM 2026: Die Schweizer Frauen vor einer Herkulesaufgabe

Es ist ein Los, das man erst einmal schlucken muss. Nachdem sich die Schweizer Handballerinnen letzte Woche in Bosnien-Herzegowina mit einem überzeugenden Sieg zum dritten Mal in Folge das EM-Ticket gesichert haben, folgte nun die Ernüchterung bei der Auslosung in Katowice. In der Gruppe B treffen sie auf echte Schwergewichte: Norwegen, den absoluten Rekordsieger, dazu den Co-Gastgeber Rumänien und Nordmazedonien. Da sitzt man vor dem Bildschirm, hört das Klappern der Kugeln und denkt sich – naja, hoffen wir mal das Beste.
Besonders die Norwegerinnen sind natürlich eine Hausnummer für sich. Zehn EM-Titel sprechen eine deutliche Sprache, und auch wenn man gegen sie natürlich alles geben wird, ist der Vergleich mit dem Heimatland von Trainer Knut Ove Joa immer speziell. Erinnerungen an die 24:40-Niederlage von 2024 kommen hoch, was nicht gerade für Freudensprünge sorgt. Aber gut, man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben, oder zumindest sagt man das so.
Die Vorrunde findet für das Team in Cluj-Napoca statt. Man wird sehen, wie sich die Mannschaft dort schlägt, immerhin haben wir gegen Rumänien 2025 mit 24:36 verloren. Gegen Nordmazedonien sieht die Bilanz – Moment, lass mich kurz nachdenken – ja, da gab es 2024 einen 27:22-Erfolg. Das lässt zumindest ein kleines Fünkchen Hoffnung zu, auch wenn es gegen die anderen beiden wohl extrem schwer wird.
Das Turnier findet übrigens erstmals in fünf verschiedenen Ländern statt, von Polen über die Türkei bis hin zur Slowakei. Ein logistischer Albtraum für die Fans, aber vermutlich spannend für die Spielerinnen. In 231 Tagen geht der Spaß los, vom 3. bis 20. Dezember 2026. Bis dahin fließt noch viel Wasser die Limmat hinunter, und wer weiß, vielleicht findet das Team ja noch ein Rezept gegen die norwegische Übermacht.
Man möchte ja gerne glauben, dass sie ihr bestes Ergebnis – Rang 12 bei der EM 2024 – noch toppen können. Es ist ambitioniert, vielleicht sogar ein bisschen verrückt angesichts dieser Gruppe. Die ersten zwei kommen weiter in die Hauptrunde, was das Minimalziel sein dürfte. Ob das klappt? Wir werden es sehen, wenn in Katowice die Entscheidung fällt. Oder auch nicht. Jedenfalls, es bleibt spannend im Schweizer Handballsport.