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FIS-Präsident Johan Eliasch: Ein Staatsbürgerschafts-Trick sorgt für Wirbel

FIS-Präsident Johan Eliasch sorgt vor den Neuwahlen für Aufsehen: Um seine Wiederwahl zu sichern, tritt er als georgischer Kandidat an, nachdem andere Verbände ihn nicht unterstützten.

Der Machtkampf an der Spitze des Internationalen Ski- und Snowboardverbandes (FIS) erreicht eine neue Stufe der Absurdität.. FIS-Präsident Johan Eliasch, dessen umstrittene Amtszeit von Spannungen mit zahlreichen nationalen Verbänden geprägt ist, sichert seine Ambitionen auf eine dritte Amtszeit nun durch einen taktischen Wechsel der Nationalität ab.

Eliasch tritt bei der kommenden Wahl in Belgrad offiziell als Kandidat des georgischen Skiverbandes an.. Dieser Schritt war notwendig geworden, nachdem sowohl Großbritannien als auch Schweden – die Länder, zu denen der Unternehmer bisher eine staatsbürgerliche Verbindung pflegte – ihm die Unterstützung versagt und eine Nominierung abgelehnt hatten.. Die FIS-Statuten fordern zwingend, dass ein Kandidat den Reisepass des nominierenden Verbandes vorlegen muss, was den fliegenden Wechsel der politischen Heimat für Eliasch zur einzigen Option machte.

Ein taktisches Manöver auf dem diplomatischen Parkett

Dass der georgische Verband einspringt, wirft in der Sportwelt zahlreiche Fragen auf.. Bisher hielten sich die Verantwortlichen in Tiflis bedeckt, warum sie einem umstrittenen Präsidenten, der in Europa zunehmend isoliert ist, den Rücken stärken.. Hinter den Kulissen brodelt die Gerüchteküche; Spekulationen über eine angedachte armenische Staatsbürgerschaft, die im Vorfeld die Runde machten, haben sich zwar zerschlagen, doch der Beigeschmack eines „Pass-Shoppings“ bleibt bestehen.

Die FIS hat angekündigt, am 20.. Mai eine offizielle Liste der wählbaren Kandidaten zu veröffentlichen, nachdem ein internationales Gremium die rechtliche Zulässigkeit der Nominierungen geprüft hat.. Neben dem amtierenden Präsidenten bewerben sich hochkarätige Gegenkandidaten wie Alexander Ospelt aus Liechtenstein, die Dänin Anna Harboe Falkenberg, der US-Amerikaner Dexter Paine sowie die Britin Victoria Gosling.. Die Wahl am 11.. Juni in Belgrad wird damit zur richtungsweisenden Abstimmung über die zukünftige Ausrichtung des internationalen Skisports.

Warum diese Wahl die Integrität des Verbandes herausfordert

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2021, als er das Erbe von Gian-Franco Kasper antrat, steht Eliasch in der Kritik.. Besonders seine Wiederwahl im Jahr 2022 gilt vielen Beobachtern als Tiefpunkt demokratischer Prozesse im Sportverband: Damals gab es für die Delegierten lediglich die Option, für Eliasch zu stimmen oder sich zu enthalten.. Ein explizites „Nein“ war ausgeschlossen, was selbst renommierte Institutionen wie den Deutschen Skiverband (DSV) zu deutlicher Kritik veranlasste, die das Prozedere als „Farce“ bezeichneten.

Dieser jüngste Schachzug mit dem georgischen Pass verdeutlicht, wie stark sich das Verhältnis zwischen der Verbandsführung und den nationalen Mitgliedern verschlechtert hat.. Ein Präsident, der sich seine Wählerbasis gewissermaßen durch den Wechsel des Herkunftslandes sucht, muss sich die Frage gefallen lassen, inwieweit er noch die Interessen einer breiten sportlichen Basis vertritt.. Das Vertrauen in die FIS-Spitze ist in weiten Teilen Europas nachhaltig erschüttert, und die bevorstehende Wahl in Serbien könnte zur Zerreißprobe für den gesamten Verband werden.. Es geht nicht mehr nur um sportpolitische Inhalte, sondern um das fundamentale Verständnis von Transparenz und demokratischer Legitimation.