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„Fat Years Of Fatmull“: Metal-Doku über Freundschaftsbruch

Die neue Metal-Dokumentation „Fat Years Of Fatmull“ begleitet eine Band über Jahre hinweg und zeigt, wie Freundschaft zerbricht.

Schon der Titel klingt nach Abnutzung, nach Jahren, in denen alles viel zu schwer wird: In der neuen Dokumentation „Fat Years Of Fatmull“ rückt Misryoum eine nordhessische Metal-Band ins Zentrum, deren Zusammenhalt Stück für Stück erodiert.

Regisseur Maxi Buck erzählt die Geschichte der vier Musiker zwischen Proberaum, Bühne und selbst im ganz privaten Alltag.. Hart klingt die Musik. emotional wirkt dagegen das Innenleben der Band: Zweifel. Nähe und Brüche liegen nah beieinander. bis aus Spannungen am Ende ein endgültiges Zerbrechen der Formation wird.. Misryoum zeigt hier nicht das Bild von glatten Aufstiegen. sondern ein Porträt über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren. in dem der Weg auseinander führt. Schritt für Schritt.

Was dabei besonders auffällt: Die Doku folgt nicht nur dem musikalischen Betrieb, sondern auch der verletzlichen Seite dahinter. Sie macht sichtbar, wie viel Bedeutung Rollen, Erwartungen und Verletzungen im Alltag einer Band bekommen.

In diesem Film ist Nähe nicht nur metaphorisch.. Buck lässt die Zuschauer an sehr intimen Momenten teilhaben und beschreibt die Begleitung als konsequentes Beobachten aus der Perspektive eines Vertrauensverhältnisses.. Damit entsteht eine eigentümliche Spannung: Während die Band sich auf Auftritte vorbereitet und im Probenalltag aneinander gerät. werden auch Szenen spürbar. in denen Emotionen offen zutage treten.. Misryoum ordnet das als eine Haltung ein, die nicht auf Effekt setzt, sondern auf Wahrhaftigkeit.

Die Geschichte geht dabei nicht nur um den Verlust von Sound oder Erfolg. sondern um den Scheiterns-Kern: Buck spricht von einem Scheitern der Freundschaft und davon. dass man sich gern hat. aber aus tiefer Verletzung nicht mehr zueinander findet.. Gerade diese Perspektive macht deutlich. warum „Fat Years Of Fatmull“ so viele Zuschauer berührt: Sie benennt das Alltagsprinzip hinter dem großen Drama.

Kernidee ist hier nicht das Scheitern als Schlagzeile, sondern als Spiegel für Beziehungen allgemein. So wird aus einer Band-Geschichte auch eine über Menschen, die sich kennen, brauchen und dann doch nicht wieder zusammenfinden.

Auch formell setzt der Film bewusst Akzente: Er kommt ohne Sprechertext aus, arbeitet mit ruhigen Szenen und viel Stille.. Der Regisseur folgt damit einem Prinzip, bei dem die Deutung beim Publikum bleibt statt vorgeformt zu werden.. Misryoum sieht darin einen Versuch. emotionale Erfahrung auszuhalten. ohne sie zu erklären. und Raum für eigene Gedanken zu öffnen.

Am Ende steht nicht nur die Trennung zweier Mitglieder. sondern ein Abschied. der sich anfühlt wie der letzte Schritt in einer längeren Kette.. „Fat Years Of Fatmull“ ist damit weniger eine Chronik des musikalischen Verfalls, sondern eine Chronik menschlicher Grenzen.. Und genau deshalb bleibt die Doku im Kopf: weil sie zeigt. wie schnell etwas kaputtgehen kann. das vorher selbstverständlich war.

Wenn Misryoum auf solche Produktionen blickt. wird klar. warum sie derzeit so viel Aufmerksamkeit bekommen: Sie treffen einen Nerv. der über Musik hinausreicht.. Denn viele erkennen in dem dokumentierten Auseinanderdriften das eigene Muster von Nähe. Verletzung und dem Versuch. es noch einmal zu reparieren.

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