D’Unioun OGBL an LCGB: Warum der 1. Mai für CSV-Vereinte zählt

In Remich trafen sich zum 1. Mai führende Regierungs- und Parlamentsvertreter mit Gewerkschaftern von OGBL und LCGB.
Kaum ein Datum bringt so viele gesellschaftliche Strömungen an einen Tisch wie der 1. Mai: In Remich war es diesmal ein sichtbares Zeichen der Nähe zwischen politischen Mandatsträgern und Gewerkschaftsarbeit.
Im Mittelpunkt stand dabei die 1.-Mai-Feier des christlichen Gewerkschaftsbunds LCGB, zu der auch viele Funktionäre der CSV erschienen.. Fraktionspräsident Laurent Zeimet machte dabei deutlich, dass die CSV „schon lange keine katholische Partei mehr ist“ und dass das „S“ im Namen immer weniger Bedeutung hat.. Dennoch gilt der Termin für zahlreiche Mandatsträger als Pflichtpunkt, wenn es darum geht, sich weiter dem sozialen Flügel der größten Regierungspartei zuzurechnen.
Dass der 1. Mai in solchen Konstellationen mehr ist als ein Kalenderblatt, merkt man schon an der Zusammensetzung der Gäste.
Unter den Anwesenden waren Arbeitsminister Marc Spautz, Finanzminister Gilles Roth sowie Gesundheitsministerin Martine Deprez.. Hinzu kamen Kammerpräsident Claude Wiseler und seine Frau, Europaabgeordnete Isabel Lima, außerdem Christian Weis, Bürgermeister von Esch und CSV-Vizepräsident, sowie die Abgeordneten Charel Weiler, Françoise Kemp und Maurice Bauer.
Auch der „sozialliberale“ Juniorpartner DP war vertreten, der den LCGB nach der Tripartite vom März 2022, als der OGBL das Abkommen nicht unterzeichnet hatte, öffentlich als „Lieblingsgewerkschaft“ bezeichnete.. An der Feier nahmen unter anderem Vizepremier Xavier Bettel, Kulturminister Eric Thill sowie Hochschulministerin Stéphanie Obertin teil.
Entscheidend ist dabei weniger, wer welche Bezeichnung nutzt, sondern dass sich Gewerkschaften und Politik im Alltag gegenseitig Raum geben, um Forderungen sichtbar zu machen.
Aus dem bürgermeisterlichen Lager waren außerdem „die Stater“ und Dauerbürgermeisterin Lydie Polfer sowie ihre Schöffin Simone Beissel angereist.. Von der Opposition kam allein Sam Tanson, Grünen-Sprecherin im Parlament.. Damit war die Botschaft zwar politisch breit angelegt, aber im Lager der Gegner deutlich enger gefasst als auf der Regierungsseite.
In diesem Kontext wirkt der 1. Mai vor allem als Bühne, auf der sich Bündnisse und Zugehörigkeiten wiedererkennen lassen.
MISRYOUM ordnet die Szene deshalb als Signal dafür ein, dass der Austausch zwischen Gewerkschaften wie OGBL und LCGB und den politischen Akteuren nicht nur in Debatten stattfindet, sondern auch bei symbolträchtigen Terminen sichtbar gemacht werden soll.