Devisenmarkt: Wenn die Weltlage auf die Kurse drückt

Es ist eine seltsame Ruhe, die sich gerade über den Devisenhandel legt. Man hört förmlich das Ticken der Uhr an der Wand, während Händler auf neue Signale warten. Der Iran-Krieg, nun ja, er schwebt wie ein dunkler Schatten über allem, und das sieht man jetzt auch an den nackten Preisdaten.
Eigentlich hätte man denken können, dass die neuesten Inflationszahlen für ordentlich Wirbel sorgen. Im März sind die Preise in der Eurozone um 2,6 Prozent geklettert – das ist mehr, als die ersten Schätzungen von Eurostat mit 2,5 Prozent vermuten ließen. Trotzdem blieb der große Run auf höhere Zinsen aus, oder vielleicht haben die Marktteilnehmer einfach schon alles eingepreist? Es fühlt sich jedenfalls so an, als würde man auf der Stelle treten.
Die Energiepreise ziehen an, das ist der direkte Effekt der geopolitischen Lage im Iran. Und während man eigentlich auf Entspannung hofft, wirkt der Waffenstillstand – wenn man ihn überhaupt so nennen mag – verdammt brüchig. Misryoum beobachtet, wie die Nervosität hinter der Fassade wächst, auch wenn die Kurse das bisher nur bedingt widerspiegeln.
Die Hoffnung liegt nun auf den USA und dem Iran. Man wartet auf Gespräche, auf schnelle Verhandlungen, auf irgendwas, das den Deckel auf den Ölpreis hält. Die Kurse dort klettern schließlich schon wieder, was die Sache nicht einfacher macht. Eigentlich wollte ich gerade noch auf die Zinsentscheidungen eingehen, aber vielleicht ist das auch nebensächlich, solange die geopolitische Komponente alles überlagert.
Es ist, wie es ist. Anleger suchen nach Halt, finden aber oft nur weitere Unsicherheit. Bleibt abzuwarten, was der nächste Handelstag bringt – oder vielleicht ändert sich morgen auch gar nichts, wer weiß.