Chip-Pflicht für Haustiere: EU beschließt neue Regeln für Hunde und Katzen

EU führt eine neue Mikrochip- und Registrierpflicht für Hunde und Katzen ein. Übergangsfristen gelten je nach Halter und Branche – Ziel ist weniger illegaler Handel und Qualzucht.
Brüssel setzt bei Haustieren deutlich früher an: Die EU will künftig besser nachvollziehen können, woher Hunde und Katzen kommen und wer sie registriert.
Die Europäische Union geht dabei von großen Zahlen aus: In der EU leben demnach über 72 Millionen Hunde und rund 83 Millionen Katzen.. Gleichzeitig ist der Handel mit den beliebten Vierbeinern ein wirtschaftlich starkes Geschäft – und damit auch ein Feld, auf dem Kriminelle profitieren können.. Vor diesem Hintergrund hat das EU-Parlament in Straßburg mit großer Mehrheit eine neue Verordnung auf den Weg gebracht: Hunde und Katzen sollen künftig per Mikrochip eindeutig identifizierbar sein und in nationalen Datenbanken registriert werden.
Neue Chip-Regeln – und lange Übergangsfristen
Für Menschen, die gewerblich mit Tieren zu tun haben, ist der Zeitplan deutlich strenger: Händler und Züchter müssen die neuen Vorgaben bereits nach vier Jahren erfüllen.. Damit setzt die EU den Schwerpunkt auf die Bereiche, in denen Tiere besonders häufig weitergegeben und gehandelt werden – und in denen sich Schlupflöcher für illegale Strukturen eher zeigen.
Qualzucht eindämmen: Vorgaben für Zucht und Haltung
Konkret heißt es, dass Tiere mit „extremen Merkmalen“ nicht für die Zucht eingesetzt werden dürfen, wenn ein hohes Risiko für Leiden besteht.. Als Beispiel werden stark gezüchtete Hunde mit extrem flachen Nasen genannt, die häufig unter Atemproblemen leiden.. Welche Merkmale im Detail als „extrem“ gelten und wie das Risiko bewertet wird, soll die EU-Kommission gemeinsam mit Fachleuten bis Juli 2030 festlegen.
Warum das für Halter und Marktumfeld wichtig ist
Gleichzeitig verändert die Chip-Pflicht spürbar den Alltag von Zucht und Handel.. Längere Übergangsfristen für Privatpersonen senken den unmittelbaren Druck, während die früheren Fristen für Händler und Züchter dafür sorgen sollen, dass sich problematische Abläufe nicht erst in den nächsten Jahren ausbreiten.. Auch die geplanten Leitlinien zur Qualzucht können den Markt indirekt beeinflussen: Wer Tiere züchtet, wird sich stärker daran messen lassen müssen, ob Risiken für das Tier durch die Zuchtform entstehen oder nicht.
Für die Zukunft ist entscheidend, wie konsequent die Registrierung in den nationalen Systemen umgesetzt und kontrolliert wird.. Denn eine Datenbank ist nur so hilfreich wie ihre Aktualität – und nur so wirksam, wie die Behörden die Einhaltung der Vorgaben prüfen.. Bis dahin dürfte die Spannung vor allem dort hoch bleiben, wo wirtschaftlicher Anreiz auf Regulierung trifft: beim Handel mit Welpen und Katzen, der zuweilen ohne klare Herkunft läuft.
Noch ein formaler Schritt steht an: Die neuen Regeln müssen nun vom Rat der EU formell bestätigt werden. Erst danach gilt der verbindliche Zeitplan vollständig – und damit auch die Frage, wie schnell die Chip-Pflicht in den verschiedenen Ländern praktisch ankommt.