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Börsentag in Europa: Luxus-Absturz und Nervosität

Der Handelstag endete heute in Europa eher durchwachsen, um es mal vorsichtig auszudrücken. Der EuroStoxx 50 verlor 0,74 Prozent auf 5.940,34 Punkte, während auch in der Schweiz und in London die Kurse nachgaben. Überall scheint eine gewisse Nervosität in der Luft zu liegen – man riecht förmlich, wie die Händler ständig auf ihre Bildschirme starren, in Erwartung neuer Nachrichten. Vor allem die Ölpreise halten die Märkte weiter in Atem, da alle auf eine mögliche neue Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran warten.

Es ist schon bemerkenswert, wie sehr sich die Stimmung ändern kann. Während Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, in Teheran eingetroffen ist, um vielleicht als Vermittler zu wirken, bleibt die Skepsis an den Börsen groß. Die Gespräche am Wochenende brachten ja nichts, oder zumindest nichts Konkretes. Vielleicht ändert sich das noch – oder auch nicht. Die Unsicherheit ist jedenfalls der ständige Begleiter in diesen Tagen.

Besonders übel erwischte es heute die Luxusgüterbranche. Nach dem enttäuschenden Start von LVMH zu Wochenbeginn gab es nun richtige Klatscher für Hermes und Kering. Hermes stürzte um 8,2 Prozent ab, Kering sogar um 9,3 Prozent. Laut Misryoum lagen die Gründe bei Hermes im schwachen ersten Quartal, während bei Kering die Marke Gucci einfach nicht so richtig in Tritt kommt. Man fragt sich manchmal, ob dieser Sektor einfach eine Verschnaufpause braucht oder ob die Konsumenten global den Gürtel enger schnallen.

Dann war da noch die Sache mit ASML. Die Aktie startete stark und kratzte fast an ihrem Rekordhoch – ein schöner Moment für die Anleger, der aber jäh endete. Am Ende stand ein Minus von 4,2 Prozent auf der Uhr. Der Chip-Boom ist zwar intakt, und der Ausblick für 2026 sieht laut Misryoum gut aus, aber die Erwartungshaltung bei Analysten ist mittlerweile so hoch, dass sie sich wohl mehr Optimismus für 2027 gewünscht hätten. Man kann es den Leuten nie ganz recht machen, oder?

Immerhin gab es im Autosektor einen kleinen Lichtblick, Stellantis legte 1,9 Prozent zu, weil sie in Nordamerika und Europa wieder mehr Autos verkauft haben. Das ist ein Kontrast zu den Zahlen vom letzten Jahr. Eigentlich ist das doch eine gute Nachricht, auch wenn sie im Schatten des restlichen Marktes fast untergeht. Aber so ist das wohl meistens, wenn die großen Sektoren wackeln, bleibt wenig Raum für Jubelstimmung.

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