Germany News

Betrugsmasche in der Wesermarsch: Wenn die 116116 plötzlich klingelt

In der Wesermarsch herrscht gerade eine gewisse Unruhe, und das eigentlich zu Recht. Wer kennt sie nicht, die 116 116? Eigentlich ist das die Nummer, bei der man im Notfall seine Karten sperren lässt – ein kleiner Sicherheitsanker im digitalen Alltag. Aber jetzt hat die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch vor Fällen gewarnt, die genau dieses Vertrauen in die Nummer gnadenlos ausnutzen. Es ist schon fast dreist: Kriminelle täuschen Anrufe von dieser Sperr-Hotline vor, um an das Ersparte der Leute zu kommen.

Misryoum berichtet, dass es in der südlichen Wesermarsch bereits zu einem Vorfall kam, bei dem ein Mann um mehrere tausend Euro erleichtert wurde. Der Ablauf klingt fast schon filmreif, wenn man es so liest: Die Betrüger gaukelten ihm auffällige Transaktionen auf seinem Konto vor, er bekam Panik – wer bekommt die nicht, wenn es um das eigene Geld geht? – und gab den Tätern schließlich Fernzugriff auf seinen Laptop. Und zack, war das Geld weg. Es ist immer wieder erschreckend, wie schnell man in so einer Situation den Überblick verliert, während draußen vielleicht gerade der Wind durch die Bäume pfeift und man eigentlich nur seine Ruhe haben will.

Das Ganze nennt sich Call-ID-Spoofing. Technisch gesehen wird da einfach die Nummer im Display manipuliert, damit es so aussieht, als käme der Anruf von einer offiziellen Stelle. Das kennen wir ja schon von der 110, wo sich angebliche Polizisten melden, aber jetzt trifft es eben den Sperr-Notruf.

Egal welche Nummer da aufleuchtet, Misryoum warnt eindringlich: Vom Sperr-Notruf gehen niemals Anrufe an Sie aus. Die rufen nicht an. Niemals.

Die Tipps der Polizei sind eigentlich klar, aber in der Aufregung vergisst man sie oft: Niemals am Telefon oder per Mail irgendwelche PINs oder TANs rausgeben. Wenn so ein Anruf kommt, am besten einfach auflegen. Tief durchatmen, jemanden aus der Familie oder dem Bekanntenkreis anrufen und sich kurz besprechen. Und falls man doch unsicher ist, lieber einmal zu oft bei der richtigen Bank nachfragen oder direkt bei der echten Polizei Anzeige erstatten. Was war noch? Ach ja, den Eintrag im Telefonbuch löschen lassen – das macht es den Leuten zumindest ein Stück schwerer, einen überhaupt erst zu erreichen. Man sollte sich eigentlich nicht so viele Gedanken machen müssen, nur weil das Telefon klingelt, oder vielleicht doch? Ein komisches Gefühl bleibt auf jeden Fall.

Back to top button