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Stellenabbau in Rüsselsheim: Opel-Betriebsrat geht auf Konfrontationskurs

Berlin. In den Fluren des Rüsselsheimer Opel-Werks hängt dieser Tage eine bleierne Luft – man riecht förmlich die Anspannung und das Misstrauen. Der Betriebsrat hat sich nun zu Wort gemeldet und die Pläne zur Streichung von 650 Arbeitsplätzen in der Entwicklung als inakzeptabel gebrandmarkt. Misryoum berichtet, dass die Arbeitnehmervertreter die Unternehmensleitung eindringlich dazu aufgefordert haben, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen und die vereinbarten Tarifverträge endlich zu respektieren.

Es ist eine bittere Pille für die Belegschaft. »Wir fordern die Arbeitgeberseite auf, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen«, heißt es in einer internen Mitteilung vom Montag. Man werde sich den Gesprächen zwar nicht entziehen, aber ein einfaches Hinnehmen des massiven Abbaus sei ausgeschlossen. Stellantis – die Muttergesellschaft – hatte am Freitag die Bombe platzen lassen: Von den ehemals 1.650 Stellen in der Entwicklung sollen fast 40 Prozent gestrichen werden.

Personalchef Ralph Wangemann versucht zwar, das Ganze als strategisches Bekenntnis zum Standort Rüsselsheim zu verkaufen, aber überzeugt das irgendwen? Der Betriebsrat sieht das jedenfalls völlig anders. »Ein klares Bekenntnis sieht aus Sicht des Betriebsrats anders aus«, wurde betont. Die Leute vor Ort vermissen echte Impulse, etwa eine klare Zusage für einen Astra-Nachfolger oder eine sinnvollere Auslastung der Entwicklung.

Stattdessen scheint die Strategie in eine andere Richtung zu driften. Angeblich plant Stellantis zusammen mit dem chinesischen Partner Leapmotor einen Elektro-SUV. Die Technologie soll direkt aus China kommen, das Design von Opel – oder zumindest teilweise, wer weiß das schon so genau. Die Produktion jedenfalls ist nicht in Rüsselsheim geplant, sondern im spanischen Saragossa. Oder vielleicht doch woanders? Die Pläne wirken noch etwas vage, aber eins ist sicher: Ein Großteil der Entwicklungsarbeit soll künftig gar nicht mehr in Deutschland stattfinden.

Was bleibt, ist die Frage, wie es mit den Menschen in Rüsselsheim weitergeht, die sich nun von den großen Versprechen der Transformation abgehängt fühlen. Man fragt sich wirklich, ob das, was dort gerade passiert, noch viel mit dem Opel zu tun hat, das man mal kannte — oder ob die Marke als Identität so langsam einfach nur noch eine Hülle für globale Konzernentscheidungen wird.

Der Betriebsrat bleibt kämpferisch, auch wenn die Machtverhältnisse ungleich verteilt sind. Man darf gespannt sein, ob aus dem Widerstand mehr wird als nur Worte auf einem internen Blatt Papier.

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